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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 361

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 361 (sequence 35)
Language
German
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361 dieser in ganz veränderter Gestalt entgegen und bietet nur ein analoges Bild der übrigen religiösen Zustände unserer Zeit, rvir sehen auch hier dieselbe Unbcfriedigung, dasselbe, freilich manchmal sogar in den Religionsvertretern recht bewußtlos hcrvortrctende Sehnen nach einem Andern/Neuen, denselben Zwiespalt, denselben traurigen Zndifferentismus, dieselbe Orthodoxie und im Kampfe mit ihnen eben auch den Durchbruch der Idee, die in unfern Tagen schon bis zu dem Beginn einer philosophischen Selbstkritik des Judenthums gekommen ist. *) So liegt denn Zuda mit der übrigen Menschheit nur in demselben Entwicklungsprozeß und schreitet mit ihr vereint dem großen Bersöhnungsfest ent» gegen, an dem überall innerhalb der civilisirten Welt die Idee des Allgemeinen'sich wahrhaft realisirt, die Herrschaft jeder einseitigen Anschauung menschlicher Verhältnisse gestürzt und mit ihr den alten Haß, ׳ die alten Vorurthcile und Trennungen überwunden haben wird. Bis zu diesem Tage aber wird und muß auch die Zudcnfrage noch eine Zeitfrage bleiben. Aber an ihrer Lösung hat Zuda selber zu arbeiten und es hat es bis jetzt gethan, aber nur mit halbem, cs wird es mit vollem Bewußtsein erst thun, wenn die große Zdee seiner Geschichte ganz in ihm aufgegangcn, zu seiner eigentlichen Religion geworden sein, sein Gemüth durchwärmt und durchdrungen haben wird, denn in ihr fin- *) Dieselbe fehlte bis jetzig und konnte auch aus vielen, in den Verhältnissen sowohl als in der Zeit liegenden Gründen nicht früher da sein. Daß sie zuerst in der Form der philosophischen Apologie erscheint, ist nicht zu verwundern, damit ist aber nur der Anfang gemacht, der uns in dem oben angeführten Werk von Dr. Formstecher und besonders in dem ״System der religiösen Anschauung der Iuden und sein Verhaltniß zum Heidenthum, Christenthum und zur absoluten Philosophie u. st w., von Dr. Samuel Hirsch, Rabbiner. (Leipzig, Z84S, bei Hunger)," verliegt. Beide Werke,werden Ln einem unserer nächsten Aufsätze ״das Wesen des Judenthums und die neueste Philosophie" die ihnen gebührende Würdigung finden. *ך

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