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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 360 (sequence 34)
Language
German
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360 ihr Zuda selber» schön tüchtig vorgearbcitct haben. Bctrachten wir einmal, um uns hier conkreter auszudrücken, die Juden, wie sie gewesen, und schauen wir dann, nicht in das Alte Testament und den Talmud oder gar in Schudt und Eisenmenger, nein sie selber genau an, wie sie jetzt gcworden, in einer kurzen Spanne Zeit geworden sind, so werden wir uns zu dem Geständniß gezwungen sehen, daß wir hier schon wieder, wenigstens dem Wesen nach, neue Juden, mit einem andern, neuen Streben zu einem ganz Andern hin vor uns haben. Dieses Streben zu einem Andern ist aber offenbar nichts weiter als das, wenn auch theilweise noch un- oder halbbcwußte Streben zum Allgemeinen hin, ihm sich anzuschließen, in cs aufzugehen, von ihm Rechte zu fordern und diese sich zu erringen, zu verdienen. Bor nicht gar langer Zeit noch von allem Verkehr mit, der Welt, von aller allgcmcinmenschlichcn Thä'tigkeit ausgeschlossen, sehen wir sie jetzt schon in allen ihnen geöffneten und selbst in den ihnen nicht geöffneten Zweigen derselben Vorzüglichcs leisten, schließen sie sich hier schon ernst und freudig allen Bestrebungen der Zeit an, ist durch eine neue Erziehung und Zugendbildung auch schon eine neue kräftige Generation, mit ganz andern Anschauungen und Begriffen, sind schon Meister in Künsten und Wissenschaften, große. Kämpfer und Märtyrer für die allgemeinen, bewußte euergische Sprecher für die eigenen Rechte aus ihnen hervorgegangen, erblicken wir ein lebendiges Streben der Höherstehenden und Gebildeten, die Masse aus der physischen, moralischen und geistigen Gesunkenheit zu erheben, sehen wir überall Schulen und Bildungsanstaltcn für die Zugend, Vereitle zur Beförderung nützlicher Thä'tigkeit, zur Berbrcitung einer andern Denk- und Sinnesart entstehen. Sind das nicht alles, wenn man sie mit den frühem Zuständen vergleicht, in die Augen fallende, ganz andere neue Erscheinungeit? Und geben wir uns die Mühe, einmal ihren reiigiöscn Zustand genauer zu beobachten, so tritt uns auch

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