Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 24)
- Language
- German
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350 auS der Masse der Juden auch viele einzelne sehr bedeutende Männer hervorgcgangen, die oft durch Privilegien besonders aus ihr herausgchobem auch für die allgemeinen öffentlichen Verhältnisse Bedeutendes geleistet haben, solche Details aber wollen wir hier übersehn, weil es uns׳ kleinlich dünkt, nach dergleichen umhcrzuspüren, wo man den allgemeinen Zustand ins Auge fassen sollte. Der einzige Verkehr mit der Welt und zugleich der einzige Nahrungszweig, den man Juda im Allgemeinen gelassen hatte, war durch die Art und Weise, wie man ihm denselben öffnete, ein entehrender, entsittlichender geworden*) tmb hier besonders kann 'man denn lernen, wie man Menschen systematisch zu Sklaven macht, ihnen die sittliche Lebenskraft aussaugt, sie mit der Hetzpeitsche erst in's moralische Verderben jagt, um ihnen nachher mit desto größerm Rechte iits Gesicht speien zu können.׳ So mußte denn das von der Geschichte der Menschheit liebend in die Arme geführte Juda, da es ihr stch noch' nicht hingeben, opfern konnte, doch wenigstens ihr Knecht werden, auf dessen Schulter sie all' ihren eignen Schmutz, ihre eigne Schuld und Sünde wälzte, damit ihr dieselbe am Tage eines neuen Weltgerichts nur desto greller und sichtlicher unter die Augen treten möge. Und daß Juda sie getragen, sie mit aller. Verachtung und Verfolgung muthig und frei getragen, daß es ein so Verworfner, Niedergedrückter dennoch jugendkrästig durch die Zeiten schritt und sich in seiner universalen Existenz, einer ganzen Welt gegenüber, als ein einseitiges Ganzes erhielt, daß cs lieber sein Blut verspritzte, freudig sein Leben hingab, seinen Nacken lieber dem Schwerte, als vor einer Menschheit beugte, die noch keine war, das ist nicht Und merkwürdig genug hat dennoch die Getsteöthatigkeit der Juden auch aus diesem einzigen Felde Bedeutendes geleistet. Die Geschichte des Mittelalters erzählt uns genug von ihrem Einfluß auf den Welthandel der damaligen Zeit. S. Klöhen Lm Programm der Gewerbschule zu Berlin. ' 1842.