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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 349 (sequence 23)
Language
German
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349 und in das Innerste des eignen Hauses.*) Hier war es denn nun auch, wo eine tiefe Gemüthswelt sich offenbarte, wo das draußen zusammengcpreßte und gedrückte, liebe- und haßglühende Herz frei sich erschließen konnte und uns das rührende Bild jener gewaltigen religiösen Kraft und Energie entgegen tritt, die über die grausamste Verfolgung und Bedrückung triumphirend, immer noch auszurufcn wagt: ״Du hast uns erkoren, Deinen Namen 511 verherrlichen in der Welt," ״darum hoffen wir, o Ewiger! bald die Herrlichkeit Deiner Macht zu schauen, die Greuel werden dann von der Erde verbannt und die Götzen ausgerottet sein, durch das Reich des Allmächtigen wird die Welt vervollkommnet und alle Kinder des Fleisches werden Deinen Namen anrufen, dann wirst Du Einer sein und Dein Name Einer!" Und wie oft ist nicht der Fanatismus und die gemeine Raubgier auch bis in diese letzten Asyle und gewöhnlich gerade bis hierher gedrungen, wie hat man die Unglücklichen bei der Feier ihrer Feste überfallen und sie dem schrecklichsten Tode geopfert, wie hat man die Bethäuser, in denen sie versammelt waren, angezündet und sie mit ihnen verbrannt, wie hat man die durch die Bande der zärtlichsten, heiligsten Liebe fest aneinander geketteten Familien auseinander geriffelt, die Kinder in das Feuer geworfen, die Väter, die Mütter geschlachtet! Dies Alles' erzählt Euch die Geschichte, Ihr aber sitzet kalt zu Gerichte und wiederholet nur aber- und abermals das Wort, daß Juda in dieser ganzen Zeit doch eigentlich der Menschheit nichts gegeben habe. Und wenn es wirklich Gaben für sie gehabt hätte, würde sie dieselben angenommen haben aus den Händen des verachteten Sklaven, den man nur mit Füßen zu treten, zu morden oder zu verspotten und zu verhöhnen gewohnt war? Wohl sind *) Auch diese Seite dc6 jüdischen Lebens hat mau in neurer Zeit besonders poetisch zu׳ betrachten und zu behandeln angefangen.

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