Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 22)
- Language
- German
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348 es denn kn der That z. B. eine solche bloß christliche Wisftnschast. geben, außerhalb der christlichen Theologie und ist nicht diese selbst nur eine Vermittlung des speziell christlichen Anhalts mit der allgemeinen Wissenschaft? Hat nicht wirklich gerade wahrend der Alleinherrschaft des Christcnthums über den allgemeinen Geist dieser in einem tiefen Schlummer gelegen und mußte nicht erst die Wiederbelebung der lange unterdrückten althcidnisch-klassischen Bildung auch ihn wieder beleben und zum rüstigen Weiterstreben auffrischen? War cs dieser allgemeine, Geist oder das Christcnthum, das die Buchdruckerkunst und das Schießpulver erfand, Amerika entdeckte, die Fortschritte in den Natur- und andern Wisscnschaften bewirkte und seine eigne Reformation hervorbrachte? Und wenn Zuda auch an diesen allgemein-menschheitlichcn Bestrebungen keinen Thcil nahm, keinen Anthcil hat, so fällt-diese Schuld eben nur wieder in das theoretisch und praktisch ausschlkeßende christliche -Prinzip, das hier der Geschichte gewiß eine Masse tüchtig strebender Geister entzogen hat, die nur aus völligem Mangel an andrer Nahrung, sich in dem Labyrinth des Talmuds ergingen. Freilich auf jene Künste und Schöpfungen, die aus der produktiven Kraft des Gcmüths und der Phantasie hervorgchn, hat das Christenthum, als sine Macht des Gemüths, als Religion hier in seiner eigentlichen Sphäre, auch einen bedeutenden Einfluß geübt, aber auch das Zudenthum hat uns, aus seinem gedrücktesten Zustande heraus doch wenigstens einen recht reichen Schatz moderner Poesie überliefert, den man erst neuerdings mit der gesammten neuern jüdischen Literatur vom historischen Gesichtspunkte aus zu betrachten angefangen hat. - Das ganze sittliche und geistige Leben der Juden, von allem Verkehr mit der übrigen Welt ausgeschlossen, mußte sich nothwendig dahin zurückzichn, wo man es nie so gesehen und beobachtet hat, um es begreifen zu können, in die Gemeinde, in die theologische Schule und Synagoge