Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 20)
- Language
- German
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346 btiyftc Gthässigkelt machen kann, ist der, daß Juda in einem solchen Zustande der Menschheit nichts gegeben habe; gewidmet -er Belehrung und Ausbildung des Geistes. Das Peßachfest wurde eine Feier der Hoffnung auf die Erlösung durch Messias aus der gegenwärtigen.Knechtschaft. Das Sch'buotfest wurde eine Erinnerungsfeier an die Gesetzgebung aus-Sinai. Mit den Klagen über die Zerstörung Jerusalems verband der neunte Lag in Ab die Seufzer wegen der Leiden der Gegenwart. Mit einer ganz neuen Gestalt und neuer Wichtigkeit wurde das Rosch-Haschana-Fest gefeiert, an dem eng der Verföhnungstag sich anschloß, vorzüglich als.Aussöh» rmng zwischen Menschen und Menschen (Schulchan Aruch Orach Chajim 606) und die Ceremonieen des Hüttenfestes erhielten ganz neue symbolische Bedeutungen. Der ursprünglich nationale, lokal-politischtheokratische Charakter der Feste verlor sich immer mehr und wurde durch moderne Auslegungen erseht. Auch in vielen religiösen Jnstitutionen manifestirte das progressiv-moderne Elementseinen Einfluß, und mannichfache Verordnungen beweisen, daß das Volksleben nicht immer streng nach den ׳ Satzungen des Talmuds sich bewegte. Unter den Mauren nahmen, die Juden in vielen Beziehungen den arabischen Geist auf; im arabischen Dialekte, den sie sprachen, schrieben sie nicht nur ihre wissenschaftlichen, sondern oft auch ihre theologischen Werke, bauten nach seinem Idiome, ihre grammatischen Systeme aus, verfertigten nach seinem Metrum und Rythmus ihre Poisieen und theilten mit den Gelehrten ihrer Zeit ihre Verehrung für Aristoteles. Die scholastischphilosophische Methode, mit welcher eine jüdische Theologie Wissenschaft- Uch konstruirt wurde (Saadja Gaon, Maimonides, Abn Esra, Aldo M. A.) zeugte eine freie, rationelle Hermeneutik (More Nebuchim) und eine kühne unbefangene Kritik (Abn Esra's Commentar zu 5. M. 1, \, zu Dan. 11, 31, u. a St.). Der Rationalismus nahm bei den Juden-aus der spanischen Schule so sehr überhand, daß er drohte, das, dein Judenthume damals noch so nothwendige, Band des Separatismus zu lösen, und ihm dadurch den Schutz gegen die Aeitstürme zu entreisjen, weshalb gegen ihn eine kräftige -Opposition sich bildete und das Studium der Philosophie streng verboten wurde. (Rabbi Salomon Adereth.) u. s. w. ״Freier entfaltete das Judenthum da seine intelligenten Kräfte, wo ein freierer Spielraum ihm eingeräumt war. Die -jüdische Gelehrsamkeit wurde von moslemischen Fürsten begünstigt, deshalb fühlten auch deren Vertreter sich aufgefordert, sie bis zu einer solchen Vollkommenheit auszubilden, daß sie mit der. maurischen sich