Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 13)
- Language
- German
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339 erst gedüngt werden mit dem Blute eines Geschlechts, das nerven- und -altersschwach, - in Sklaverei, Wollust und Weichlichkeit versunken, eine wahre Ironie unter den Mönumenteil seiner .frühem Kraft und Größe einhcrging. Einem neuen, bisher unbekannten oder thatlos schlummernden, noch jugcndkräftigcn, in seinem ersten Auftreten aber furchtbaren, barbarischen Geschlecht wurde die grausame Rolle des Vertilgers,in die Hände gegeben, und die Geschichte hat hier eine Tragödie aufgcführt, wie sie die Menschheit nicht wieder gesehen hat! Denn die ganze That dieser Zeit war. nur die That eines schrecklichen Weltgerichts, eine That der Wer- Wüstung, des Umsturzes alles Bestehenden, in wilder Zerstöruugswuth rauschten nur Völker auf Völker daher, Reiche auf Reiche entstanden in schneller Folge und sanken eben so schnell wieder in das Nichts dahin, geschwunden war alles Feste, Bleibende und Beharrliche von der Erde:., der Sturm, in dem der Gott der Geschichte hier sich offenbarte, mußte erst die alte Weitaus ihren morschen Angeln reißen und in das Reich des Todes stürzen. So kündigt ein heraufziehendes Ungcwitter oft den ersten Frühlingstag an! Zn diese Zeit des allgemeinen Umsturzes, in dieses wilde barbarische Gewühl nun Hineingcsctzt, hat sich die zarte Pflanze des Christenthums dennoch erhalten, entwickelt und ausgcbrcitct, mit ihr aber auch Juda. Ist seine Erhaltung nicht eben solch' ein Wunder des Geistes, .solch' ein Zeugniß von der Thatkraft eines Gedankens, der lebendig und der Zeit angchörend, von ihr auch nicht vernichtet werden kann? ist seine Zerstreuung und Ausbreitung über den ganzen Erdball'nicht ein wunderbares, beispielloses, uncrklärliches Phänomen der Geschichte? Hier in diesem Vernichtungskriege, in diesem Weltsturme hätte es ja schon gleich erliegen müssen, wenn nicht eine höhere allgemeine Macht es getragen hätte, aber so wie dieser nur dazu diente den ■ Boden zu reinigen und zu ebnen, aus dem das Christcnthum Wurzel schlagen, gedeihen und sich verbreiten sollte, so war