Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 11)
- Language
- German
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beide aus einer Zdee, aus einem. Weltbedürfniß, aus dem innersten Begriff einer Zeit hcrvorgchend, in der folgenden, gegenseitig unerkannt, als Gegensätze neben einander her laufen z wir meinen die Lehre des 'Christenthums in ihrer Entwickelung und die Gemeinschaft Juda in ihrer Zerstreuung. Dieses letztere Moment nun'hat die philosophische Geschichtsbctrachtnng gewöhnlich übersehen, vielleicht mit vornehmer Miene' gern übersehen, so;1! sagen ignorirt. Bis ju dem Untergang jener alten Welt vcrstattct man Juda großmüthig das Recht einer Existenz, man vindicirt ihm da sogar ein höheres eigenthümliches Leben, hier aber an den Thoren der neuen Zeit, nachdem es der Menschheit den Weg zu der in ihr erwachenden neuen Entwickelung gezeigt und ihr das Höchste in die Arme gelegt, verschließt man ihm plötzlich dieselben, will es. nicht hinüber lassen und sagt, es sei nun auch todt, lagedortbegraben. Aber mit einem Male gewahrt man es dennoch drüben, das ist ein Widerspruch, den man nicht sehen will, , man schließt nun die Augen, man will es durchaus da-einmal nicht dulden; das will aber nichts helfen, denn so wie man sie wieder öffnet, erblickt, man es wieder und zwar überall, wo man auch hin? schauen mag. Was ist nun da zu thun? Das verdirbt Einem am Ende die ganze Freude an dem philosophischen Kunstwerk! Man fängt sich nun. an recht tüchtig daran zu stoßen und zu ärgern (die erste Würdigung) und schwatzt nun im Ärger allerhand närrisches Zeug von ״lebendigen Leichen und Ruinen," Starrheit, Zähigkeit u. s. f.". So hat man einem, Vorurtheil. zu Liebe eine weltgeschichtliche Erscheinung fallen lassen und in die Rumpelkammer Alles dessen geworfen, was nicht in ein System passen wollte, das in gtoßartig-objectiver Anschauung, eine Welt von Gedanken in sich tragend,, dennoch diese Einseitigkeit nicht zu überwinden vermochte. Wir aber, die wir jetzt erlöst von persönlichen Anti- und Sympathieen, von keinem Vorurtheil