Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 4)
- Language
- German
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330 ger.der Welt! dem! selbst nach Plato, wenn er zuerst mit großartigen Zügen seinen idealen Staat entwirft, hat dennoch zuletzt nur von dem, eigenen Volk, von Hellenen gesprochcn. Jeder also, und selbst der Bewußteste, sehen wir, ist da noch mit seinem ganzen Menschen, mit all' semem Denken, Fühlen und Thun an der Scholle, an dem großen oder kleinen Staat, in dem er einmal geboren ist, mehr oder weniger befestigt, kann über ihn nicht hinaus, weiß und kennt sich nur als Bürger dieses Staats. Der ewig wcitcrtreibcnde Geist der Geschichte aber waltet und,arbeitet oft unbeachtet, in dunkler Werkstatt und läßt dort Gedanken erblühen, die, an das Tageslicht gebracht, eine Welt in ihre Arme nehmen. So war denn das kleine, unscheinbare Juda erkoren, innerhalb seiner alterthümlichen Abgeschlossenheit, .seines durch die Zeit bedingten und geforderten, fest abgegtänzten politischen und religiösen Partikularismus, in seinem bornirtcn Volksbcwußtsein, mit seinem weltumfasscnden Gedanken zugleich ein VoKsbewußtscin zu entwickeln. So weit es seinem Blick vergönnt war, die Welt und die Völker um sich her betrachtend , fand es sich in ihrer Mitte noch einsam und allein mit seinem Gedanken und erlangte dadurch eben ein Bewußtsein seiner Stellung zu ihnen in Gegenwart und Zukunft, das sich selbst bis zu der tiefen Anschauung einer historischen Nothwendigkeit emporschwang. Wir sehen dasselbe in der uns vorliegenden Literatur von jenen ältesten Mythen und Sagen an, die uns seine eigene Entstehung erzählen, bis zu den höchsten Höhen seiner gortdürchhauchtcn Prophetcnpocsic immer wicdcrkehrcn, ja der ganze große Messiasbegriff ist, feinem ganzen Wesen und seiner Entwickelung nach, nur ein Ausfluß dieses Bewußtscins. ״Ich will Dich segnen und Deinen Namen groß werden lassen, mit Dir werden sich ״segnen" alle Geschlechter des Erdballs," (1 B. M. 12, 2. 3) ״ Israel ist mein erstgeborner Sohn," (2 B. M. 41, 22). ״Ihr sollt mein besvndercs Eigenthum sein unter den Völkern, denn mein