Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Amtliche Anrede des Herrn Bürgermeisters zu Würzburg, bei Gelegenheit der neulichen Rabbinerwahl daselbst
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 4)
- Language
- German
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302 in der Rede, friedfertig im, Umgänge, theilnchmsvoll gegen die Unglücklichen, liebreich gegen den Fehlenden, gewissenhaft in Allem , der ist in seinem gottseligen Wandel der Jugend, so zu sagen, eine stete lebendige Predigt. Darum ist es der fernere Wille Sr. König!. Maj.: il. Der Rabbiner soll von einem streng fittlichen, völlig untadclhaften Wandel sein. Wir sind nicht im Stande in das Innere eines Menscheu zu blicken. Dies kann nur Gott. Allein die Bergangenheit ist gewissermaßen der Schlüssel der Zukunft. Wer als Rabbinats-Kandidat einen unbescholtenen Wandel pflegte, von dem läßt sich annehmen, daß er auch als Rabbiner von der Bahn der Tugend nicht abweichen werde, wenn ihn das Vertrauen der Gemeinde zu dieser Stelle' beruft. Man wähle also zum Rabbiner einen Mann von streng sittlichem, fleckenlosem Wandel. Die innere Religiosität zeigt sich äußerlich durch gewissenhafte Erfüllung der Ritualvorschriften und strenges Festhalten gn den von dm Vätern ererbten Satzungen. . Der Geist der Neuerung geräth gar leicht auf Abwege. Nicht immer ist das Neue besser als das Alte. Jeder zieht den alten Wein dem jüngern vor. Was durch Jahrhunderte Geltung erhalten hat, erscheint schon um seines Alters willen ehrwürbig, und cs ist gewagt, nicderzurcißen, ohne gesichert zu sein, ob etwas Besseres und Dauerhafteres dafür wieder aufgebaut werden könne. Daher geruhten Se. Majestät der König zu erklären: 11(. Der Rabbiner soll den Ceremonialvor- . schriften und den Satzungen treu ergeben, aller. Neologie fremd sein. Kann der' einsichtsvolle Israelit andere Anforderungen an seinen Rabbiner stellen als eben diese, welche sein König an ihn stellt: 1. Der Rabbiner sei wissenschaftlich gebildet, 2. er sei untadelhaft in seinem Wandel,