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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft · p. Seite 277

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
Article
Literatur [Rezension]
Date
1834-01-01
Page
Seite 277 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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277 zeitung heißt cs hierbei: ״Diefts klaffifche Gebet des großen Maimonides, welches wir allen heurigen Ärzten cm- Und Du schaffst und erhältst ja auch den Menschen, deil Reichen und den Armen, den Guten und den Bösen, den Freund und den Feind! Erhalte, meinen Verstand gesund und schlicht, daß er das Gegenwärtige fasse, und das Abwesende richtig vermuthe, laß ihn nicht heruntersmken, daß er nicht das Sichtbare verkennt, auch nicht zu sehr hinüber sich versteige, daß er nicht stehet, was nicht zu sehen. Denn fein und unmerklich ist hier die Grenze in der großen Kunst, Deiner Geschöpfe Leben und Gesundheit zu warten. — Laß meinen Geist immerdar sich selbst leben. Am Bette des Leidenden müssen keine fremde Dinge seine Acht ihm rauben. Lasse Alles, was Erfahrung und Nachdenken in ihm niedergezeichnet, ihm gegenwärtig sein, und' nichts ihn m seinen stillen Arbeiten stören : denn groß und heilig sind die stillen Arbeiten, Deinen Geschöpfen Leben und Gesundheit zu erhalten. — .Verleihe meinen Kranken Zutrauen zu mir und zu meiner Kunst, und .Folgsamkeit zu. meinen Rathgebungen. Verbanne von ihrem Lager alle Asterärzte, und das ganze Heer von rathgebenden Verwandt! 1, ne i, und überweisen Wärtern und überweisen Wärterinnen, denn es ist ein grausames Volk, das aus Eitelkeit die besten Werke der großen Kunst -vernichtet und oft Deinen Geschöpfen den Tod aufdringt. Wenn weise Künstler mich bessern und zurechtweisen wollen, laß meinem Geist dankbar und folgsam sein, denn der Umfang der Kunst ist groß, und keiner sieht, was jeder sieht. Aber wenn Unweise, Eingebildete mich tadeln, so laß Kunstliebe ganz״ihn stählen, daß er, Ruhm und Alter und Ansehen nicht achtend, auf die gefühlte Wahrheit beharre: denn Nachgeben ist hier Tod und Krankheit Deiner Geschöpfe! Verleihe meinem Geist Sanftmuth und Duldsamkeit, wenn ältere Mitglieder, stolz auf Jah'rezahl, mich immerdar verdrängen und-höhnen und höhnend mich bessern wollen. Laß ihr Gutes mir vortheilen, denn sie wissen mancherlei \ «rib weise können sie vieles wissen) , was mir noch fremde ist, aber ihr Dünkel laß mich nicht kränken; denn sie sind alt und das Alter ist der Leidenschaft nicht Meister — und ich hoffe auch auf Erden alt zu werden vor Dir Allgütiger! Schenke mir in Allem Genügsamkeit, nur ■in der großen Kunst nicht. Laß nie den Gedanken in mir erwachen, Du hast des Wissens genug! Sondern ver- Leihe mir Kräfte, Muße und Trieb, meine Kenntnisse immerdar zu' berichtigen und neue mir zu erwerben. Die Kunst ist groß, aber auch des Menschen Verstand ist dem' Menschen nicht.unfaßbar., er dringt

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