Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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274 jüdischen Nation hergclcitct, der sich keineswegs mit der Ausübung der Heilkunst vertrage. — Wo ist dieser Grundsatz im ganzen alten Testamente, im Talmud und in den übrigen jüdischen Gesetzbüchern ausgesprochen? Zm neuen Testamente heißt cs: ״Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst Deinen Nächsten lieben und Deinen Feind Haffen;" — dieß ist aber im alten Testamente nicht gesagt; und ich überlasse diese Streitfrage Theologen — sie mögen sich gut waffnen und gürten, um mit Ehre und Ruhm aus dem Kampf zu treten. Der israelitische Prediger Mannheimer (in Wien) hat darauf vernichtend entgegnet, und man findet dabei nur das auffallend, daß sich die jüdischen Ärzte durch eiiren Geistlichen vertreten laffen. (Wir wissen nicht, ob sie ihn dazu aufgesordert haben, oder daß er, welches wahrscheinlicher ist, aus eigenem Antriebe die Sache seiner Glaubensgenossen vorzüglich, wie hier nothwcndig, als jüdischer Theolöge vertreten hat, welches er als solcher in der Regel besser als die Ärzte im Stande war, deren Fach es nicht ist. D. H.) Mittlerweile ist auch von Dr. Ignatz Ieitteles (in Wien) eine geistreiche scharfe Entgegnung geschrieben worden, die vom Censor bewilligt, von der politischen Hofstelle dem Hofrath Reimann, dem Herausgeber der medicinischcn Iahrbücher zur Rccensur zugestellt wurde, uitd die jetzt erst an's Licht kam. Von Seite der Wiener israelitischen Ärzte, deren Zahl acht ist, ist ebenfalls ein Artikel der Polizeihofstelle vorgelcgt worden. Die beiden Subredacteure der Jahrbücher Herren Professor und DD!*. Fischer und Wißgrill aber haben als uneinverstandeit mit der Gesinnung des Rosasartikels, die Redaction nicdergclcgt, was sie freilich durch Überhäufung der Geschäfte verhindert, motivirten. Ferner haben 33 Wiener christliche Ärzte und Fakultätsmitglieder einen Brief an den Hofrath Reimann, als den Direktor der medicinischen Studien und Präses der Falcultät, gerichtet, in welchem sie ihn aufforderten, die Gesinnung des Artikels zu widerlegen, oder wenigstens sich als nicht einverstanden damit zu erklä-