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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
Article
Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
Date
1834-01-01
Page
Seite 244 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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244 mehr in fast jedem wenigstens der größeren Traktate das Verschiedenartigste neben einander behandelt wird, viele aufgeworfene Fragen nicht beantwortet, bei streitenden Meinungen sehr häufig nicht entschieden wird, welche zu befolgen sei; da es an Widersprüchen und Inkonsequenzen nicht fehlt, so war es den Jahrhunderten dieser Epoche bis in die folgende hinein aufbewahrt, vorkommende Widersprüche auszuglcichen, die Materien zu ordnen, Regeln über die Entscheidung für die eine oder die andere Partei aufzustellen u. s. w. Außerdem ist, wie bekannt, die talmudische Ausdrucksweise von der Art, daß eine Differenz in der Auffassung an unzähligen Stellen gar nicht zu vermeiden ist, also trotz der gemeinschaftlichen Anerkennung der Autorität des Talmud die Entscheidung in vorkommenden Fällen noch sehr verschieden ausfallcn konnte. Endlich mußten die ganz verschiedenen Sitten und Lebensverhältnisse des Occidents bei aller Isolirung der Juden doch manche Modifikation und Anpassung, also Abweichung vom Buchstaben des Talmud, nöthig machen. Daher befand sich das Gesetz, was die .vielen Einzclnhcitcn und neu vorkommendcir Fälle betrifft, immer noch in einem gewissen Flusse, und die Autorität des Talmud galt nur im Allgemeinen. Je mehr aber die Juden sich in Europa ausbrcitcten, je weniger also eine große Autorität für so weit Entfernte ausreichte, desto mehr empfand man das Bedürfniß nach einem Werke, in welchem man ohne die vielen Schwierigkeiten, die der Talmud darbictet, sich ohne Weiteres Raths erholen könnte. Diesem Bedürfniß suchte, nachdem ähnliche Arbeiten (Halachot gedolot, Alfasi) vvrangegangen waren, Maimonides durch sein großartiges Zad chasaka abzuhelscn, und er hat in der That seine Aufgabe auf eine so meisterhafte W eise gelöst, daß schon dieses Werk allein ihn dm größten Männern st'incr Nation anrcihen würde. Was Rasch! für das Berständniß des Talmud , das ist Maimonides für Kenntniß des Gesetzes geworden. Der Einfluß,

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