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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft · p. Seite 243

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
Article
Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
Date
1834-01-01
Page
Seite 243 (sequence 18)
Language
German
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243 schichtequellen jener Zeit nichts; vielmehr ist cs wahrscheinlich, daß die Aufhebung der babylonischen Akademiccn und die Unterbrechung der ununterbrochenen Reihe der Lehrer während fast eines Jahrhunderts Schuld daran waren, daß bei Wiederaufnahme des :fü lange gestörten Studiums das durch Altcrthum 'ehrwürdig gemachte Werk nur als höchste Autorität erschien. Jedenfalls erblicken wir in den sechs Jahrhunderten dieser Epoche ein fortwährendes Streben, durch das Verständniß des Talmud zum Berständniß und zur Erkennung der den Juden obliegenden Pflichten zu gelangen. — Noch ein schwacher Schatten des einstigen Patriarchats erhielt sich in dem Gaonat, das aber in eben dem Berhältniß an Ansehen verlorals sich das Studium des Talmud nach Nvrdafrika und Westeuropa hin verbreitete Jndcß waren doch in dem Heimathlandc des Talmud selbst noch manche Gebräuche am Leben geblieben, welche mit dem ausgezeichneten Talmud sich im Widerstreit befanden, wie denn überhaupt die Seboräcr und Gconim, vielleicht im Besitz mancher ältcrn Tradition , gerade nicht das wörtliche Befolgen des talmudischcn Buchstaben für nothwendig hielten. (Sie stehen mit diesen abweichenden Aussprüchen, deren nur sehr wenige da sind, zur Gcmara in einem ähnlichen Berhältniß mit dem der Toscftct und Bereutet zur offiziellen Mischna.) Dagegen erlangte in den westlichen Ländern Europas der babylonische, in den südlichen neben ihm der palästinische Talmud unwidcrstreitbares Ansehen- und blieb die einzige Quelle für juridische und theologische Fragen. Die in der ersten Hälfte dieser Epoche kompilirten Midraschim bieten manches Interessante für die Auffassung des Talmud zu jener Zeit dar. Man konnte aber nicht bei dem Buchstaben des Talmud stehen bleibe», ja eben durch die Beschaffenheit dieses Werkes wurde eine neue Thätigkcit hervorgeruscn. Da der Talmud kein Gesetzbuch im Sinne der neuern Zeit ist, indem alle Gesetze systematisch und »ach einer bestimmten Ordnung besprochen werden; da viel-

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