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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
Article
Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
Date
1834-01-01
Page
Seite 242 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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242 Rom, befanden sich jüdische Gcsctzlehrer, deren Aussprüche, theils die Alten cmslegend, thcils zeitgemäßen Bedürfnissen durch neue Einrichtungen abhelsend, endlich zu dem Ganzen vereinigt wurdeir, das unter dem Namen Talmud bekannt iss:, und das eben als Ganzes ans die folgenden Zeiten einen so unendlich wichtigen Einfluß hatte, daß wir hier einen Hauptabschnitt in der Entwickelung des Gesetzes seststellen. Der Grundcharakter dieser ganzen, beinahe ein Jahrtausend umsasscudcn Epoche ist —- wie wir schon angedeutct — Anerkennung des göttlichen, durch Schrift und Tradition gegebenen Gesetzes zur unverbrüchlichen Beobachtung, aber das Gesetz wird nicht sowohl aus den schriftlichen Urkunden (deren cs außer dem heiligen Kanon nur sehr wenige gab) als aus der Zeit und aus den Bedürfnissen gelernt. Ze höher die Bcrehnmg der wundervollen Vorzeit und der erhabenen Gestalten derselben trat,. desto höher suchte mau ihre Aussprüche dadurch zu stellen, daß man sie ihrem Geiste und ihrer Idee nach auffaßte, und dadurch dem für dm Moment Gesagten ewige Gültigkeit verlieh. Wie sehr auf diese Weise nicht nur die genaueste Kcnntniß der heiligm Worte erzielt, sondern auch in der Anwendung des Alten aus das Neue der Scharfsinn geübt wurde, ist aus den am Ende dieser Epoche zum Nicderschreiben gekommenen Resultaten .fast tausendjähriger:Bemühungen zu ersehen, und zugleich: zu allgemein bekannt,: als daß cs nöthig wäre, weiter darüber zu sprechen. : : Die vierte Epoche führt uns von da an, wo der Talmud abgeschlossen wurde, dis zur Zeit des Maimonidcs. Der^ Abschluß des Talmud ist für uns diejenige Zeit, in der nichts mehr diesem Korpus hinzugcfügt werden konnte, wo also die Aussprüche desselben schon für unverbrüchlich und unübertretbar gehalten wurden. Ein bestimmter Zeitpunkt ist natürlich nicht anzugcben; daß die damaligen jüdischen Autoritäten sich darin geeinigt, von jetzt an zu dem Talmud nichts mehr hinzuzufügcn, davon melden die Ge-

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