Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 15)
- Language
- German
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240 zuerst wieder einen Anhalt, einen Mittelpunkt; durch ihn, vorzüglich aber durch seine Nachfolger (wenn auch nicht dem Namen, doch der Sache nach) David und Salomo, nebst den sic berathenden Propheten, wird für eine Einheit des Kultus, wenn auch nur des Staatskultus, gesorgt, während die Freiheit des Privatkultus noch lange ungeschmälert bleibt. Das ahronidische Priestergeschlecht tritt vorzüglich seit Salomo in seine Rechte ein; es erscheinen Spuren von Beobachtung religiöser Feste und anderer Gesetze; aber das kaum zu einer gewissen Höhe gelangte religiöse Leben erhält durch die Trennung des Reiches und die Zersplitterung der Kräfte einen harten Stoß. Roch ist man, selbst unter frommen Königen, von einer vollkommenen Beobachtung der Gesetze fern; erst unter einem der letzten Herrscher des Hauses Juda, nachdem die zehn Stämme in ihr langes Exil abgeführt worden, erscheint das mosaische Gesetzbuch, und eine durchgreifende Reform wird — aber zu spät und zu wenig anhaltend — eingeführt. Trotz dem ist es gerade die letzte Hälfte dieser Epoche, der wir die für die Folgezeit, und noch mehr für die Gegenwart höchst wichtige Auffassung des gesetzlichen Lebens verdanken. Durch die ihren Nachhall in den spätesten Zahrhunderten findenden Reden und Thaten der Propheten wird das nationale mit dem religiösen Element in richtigem Gleichgewicht gehalten; ihr Seherblick ging über die damaligen Zustände des israelitischen Volkes zu der Bestimmung der israelitischen Gottesanschauung hinaus. . Die verhallenden Klänge des Prophetenthums sind es. auch, welche die dritte, große Epoche, von Esra bis zum Abschluß des Talmud reichend, beginnen. In Esra und den ihn umgebenden Priestern und Propheten findet die spätere Sage den Mittelpunkt der von da au sich datircnden Thätigkeit für Durchbildung und Fortentwickelung des göttlichen Gesetzes. Durch schwere Unglücksfälle gezüchtigt erkennt das zurückkehrende Volk in einer dtirchgehenden Beob-