Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 14)
- Language
- German
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239 holt wurden; mit welcher Idee auch die — zwar nicht streng durchgcfiihrte — Regel, daß man aus Stellen, die vor der Gesetzgebung geschrieben wurden, keinen Schluß ziehen könne, in Verbindung steht. Zn der zweiten, von Moses bis Esra reichenden Epoche tritt, nach der Darstellung des Pentateuchs, das gesetzliche Leben in volle Thätigkcit. Die in diesem Buche enthaltenen Gesetze werden in einzelnen, größeren oder kleineren Particen, bald direkt, bald gelegentlich dem Moses, oder dem Moses und dem Ahron, zum Thcil in Aegypten, oder auf dem Juge, zum größten Theil aber auf dem Berge Sinai oder in den Gefilden Moabs, zur Mittheilung an die Israeliten mitgethcilt, und von dem Gesetzgeber kurz vor feinem Tode mit mannichfachen Modifikationen, Zusätzen und Weglassungen wiederholt. Je kräftiger demnach dies gesetzliche Leben unter Moses und seinem Nachfolger Zosua sich äußert, desto mehr tritt es unter den Nachfolgern dieser beiden bis zu den späteren Propheten hin in den Hintergrunds Der Grundcharaktcr dieser Epoche ist das Aufgehen des Religiösen in das Nationale- Nur im Gegensatz zu den umwohnenden Völkerschaften und in der Absonderung von diesen tritt das Wesen des israelitischen Glaubens auf; so besonders in der ersten Hälfte dieser Epoche. Die prophetische Stimme erschallt nur äußerst selten; die . Erinnerung an den Auszug aus Aegypten ist fast das Einzige, was von der alten Herrlichkeit im Gedächtniß des Volkes geblieben; die Nationalhciligthümer sind vergessen; der Gottesdienst ist verwildert, und die Opfer und religiösen Gebräuche werden entweder von den Häuptlingen selbst oder einzelnen, gcmictheten Levitcnpriestcrn verrichtet, und oft aus eine den Gesetzen des Pentateuchs durchaus widersprechende Weise; der religiösen Feste wird keine Erwähnung gcthan. Einen höhcrn Aufschwung nimmt das religiöse Leben mit dem Auftreten Samuel's; in ihm, dem strengen Vertreter der göttlichen Autorität, findet das zerfallene Volk