Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 9)
- Language
- German
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234 Einleitung , Exegese, .hebräische Grammatik und hebräische Geschichte von der einen wie von der andern Seite gesagt worden, nicht ableugncn, daß die Wissenschaften seit 60 — 70 Jahren einen immensen Fortschritt gemacht-haben, und daß jene Schriften für den redlichen unbefangenen Forscher eine Masse tüchtigen und förderlichen Wissens enthalten. Bon jüdischer Seite ist freilich.wenig für biblische Exegese gcthan; indcß ist es nicht nöthig, daß gerade ein Zu.de das richtige Urtheil über ein jüdisches Schriftwerk fälle, obgleich sich nicht leugnen läßt, daß sowohl in vielen, sonst trefflichen Werken über die Bibel der Christ, und sei cs auch ein Straußischer, nicht zu verkennen, als auch , wie die Sachen bis jetzt stehen, eine angemessene Benutzung der nach - biblischen jüdischen Schriften erschöpfend nur von Inden ausgchcn kann, und auch dafür noch eine anbrcchcnde Zukunft zu erwarten ist. Die reichhaltigsten und wichtigsten Quellen für eine Fortbildung des jüdischen Gesetzes aber sind die talmudischen Schriften; in ihnen hat nicht nur das in der. h. Schrift im Keime Liegende nach allen Richtungen hin seine volle Ausbildung erhalten, sondern von ihnen aus ist auch der spätem Zeit Alles zugcfloffen, was dieselbe an religiöser Erkcnntniß, an religiösem Handeln vor sich hatte. Es ist unnöthig auseinandcrzusetzcn, welche Wichtigkeit der Talmud-für den heutigen religiösen Zustand der Juden habe; wir halten es für besser, mit einigen Worten das anzudcuten, was trotz der unzähligen Schriften, die über den Talmud geschrieben sind, noch nicht für denselben gethan ist. Abgerechnet das Lexikograph ische, Grammatische, Archäologische (im engem Sinne des Wortes), ist für eine Geschichte des jüdischen Gesetzes vom talmudischen Standpunkt zuerst wichtig, eine Betrachtung der Autoritäten, von denen das Gesetz ausging, anzustellen. Diese Autoritäten sind: n) das schriftliche Gesetz, ursprünglich nach seiner natürlichen Auffassung, dann