Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852155-2312947--09522-2313608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
233 einer ungünstigen Umgebung, und. tragen nicht selten die Spuren dieser Ungunst an sich. Also: langsam ist cherwahrhafte Fortschritt des wissenschastlichen Judenthums; aber die Ungeduld nach Resultaten beschleunigt ihn nicht. Freilich müffen wir es. uns' noch eine Zeit lang gefallen lassen, daß man von Außen her uns noch von demselben Standpunkt aus betrachtet, wie bisher; daß die „Geschichten der Philosophie " noch immer so viel Ungereimtheiten von „den Hebräern" erzählen, daß man von jüdischen Forschungen über jüdische Gegenstände wenig oder gar keine Notiz nimmt. In Beziehung hierauf können wir ruhig der Zukunft entgegensehen und vertrauungsvoll den Weg der Wahrheit und des Rechts verfolgen. Kehren wir zu unserm Gegenstände zurück, und sagen ein Wort über die Quellen, aus deneü eine Entwickelung des jüdischen Gesetzes zu schöpfen ist. Sie sind bekannt.' Bibel, Talmud, Midraschim, Rabbiner (oder zu deutsch: jüdische Schriftsteller des Mittelalters), sind die ewig wiederkehrenden Autoritäten für Kenntniß der Juden und des Judenthums, zur Seite stehen die nicht als gesetzlich geltenden älteren und neueren Schriften der Juden; als Hülfswissenschaften dienen die Geschichten der jederzeitigen, mit den Juden in Berührung getretenen Völker. — Was für die Bibel von christlichen wie von jüdischen Gelehrten geschehen ist, dafür zeugt die ungeheure biblische Literatur; wie wenig man zu einem übereinstimmenden Resultate gekommen ist, weiß man eben so wohl. Doch darf ein solcher Parteisireit nicht irre machen, noch auch die Masse des Gearbeiteten zurückschrecken. Daß über einen Gegenstand viel gesprochen und geschrieben wird, kann der richtigen Erkenntniß desselben nur augenblicklich schaden; sie selbst wird vielmehr, sobald man aus dem Strudel der Parteilichkeit herauszutreten versucht, dadurch gefördert. Und so läßt es sich denn , bei allen Exeentricitäten, ja bei allen Absurditäten, die sich in den neuen Schriften über biblische 6*