Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 7)
- Language
- German
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232 «nd Fedcrfcrtigkcit, über dies oder jenes sein subjektives Urtheil als die objektive Wahrheit hinzustcllcn, sei auch dies. Urtheil durch die dem Gegenstand fremdesten Einflüsse gc- * bildet oder verbildet worden. Glichen wir das Gesagte aus die Kcnntniß des Judentums nach seiner wisscilschastlichcn und geschichtlichen- Bedeutung anzuwcndcn, so finden wir, daß ihm von der letzten Seite her der meiste Schaden zugesügt worden. Die Erforschung des jüdischeil Mcrthums, dir Kenntniß der jüdischen Literatur hat selbst unter den jüdischen Gelehrten noch lange nicht die Stufe erreicht, von der aus irgend ein Resultat für das Ganze ju hoffen wäre; viele Fächer schlummern iloch den-ungestörten Schlaf der Kindheit; unter christlichen Gelehrten ist selten einer, der vom Iudenthum sprechen kann, ohne sich einer lächerlichen Unwissenheit preis;»geben.. Desto, lieber spricht man von dem Geist des Zudcnthums; desto leichter ist cs oder scheint cs, von dem Kern , dem Inhalt, der Idee zu fabeln; natürlich, je dichter die Schale über dem Kern liegt, desto schwieriger ist es, ein Urtheil über den Kern als falsch nachzuweiseii. Die Bescheidneren unter den Juden, die sich' kein Artheil anmaßcn wollen, beklagen sich nicht selten öffentlich, . daß die wissenschaftliche Forschung eine so rein philologische Seite angenommen; daß man der Literaturgeschichte oder — wie sich manche ausdrückcn — der Bibliographie, so ausschlicßcnd allen Fleiß zuwcnde, während die „Theologie " unbearbeitet dalicge, u. dergl. mehr. Ader sie bedenken nicht, daß'die Richtung, welche die jüdische Wissenschaft auf diese Weise nimmt, diejenige ist, die zwar langsam, aber sicher zu einem tüchtigen, in sich vollendeten Ausbau derselben führt. Daß die Fortschritte langsam sind, wird theils durch die Masse des Stoffes, thcils durch die geringe Zahl der Arbeiter bedingt; jede Unterstützung von außen her mangelt. Die wenigen Erzeugnisse der jüdischen Wissenschaft, welche die jüngste Zeit geboren, sind unter Mühe und Roth zu Tage gefördert, unter dem ganzen Druck