Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 6)
- Language
- German
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23 l etwas und wie etwas gewesen, sondern das Wissen, wartim cs gewesen und warum es hat sein müssen, und was bis jetzt daraus geworden, - ist Geschichte. Während also eine gründliche Durchforschung der Schriften der Vorzeit dm ° Grund liefert, auf dem sich die verschiedenen Zustände der Menschheit oder eines Thciles derselben projektiren, ist cs der Geist des Menschen, der, über dieser Vergangenheit stehend, ihre letzten Gründe erforscht, ihre Aufeinanderfolge nach ihrer innern Nothwendigkeit verstehen will, und auf diese Weise für Gegcirwart und Zukunft Belehrung und Rath sich erholt. Jeder dieser beiden Momente der historischen Forschung hat seine Schwierigkeiten und seine Gefahren. Das Studium des Alterthums, auch nur in einer besonder» Strömung des Menschengeistcs, ist ein so umfassendes, so vieler Vorkenntnisse bedürfendes , daß nur zu oft über dem Buchstaben der Geist vergessen wird, daß der Mensch, statt seinen Stoff zu beherrschen und sich ihm untcrzuordnen, in ihn versinkt und von ihm umfangen wird; einem Solchen geht'der Gewinn in den Schaden auf; je tiefer sein Geist in die Vergangenheit sich zu versenken vermag, desto weniger weiß er von der Gegenwart für die Gegenwart; er hört auf, ein wirkendes, thätigcs Mitglied für die Menschheit zu sein, eines Verbandes, zu dem jeder nach seinen Kräften die Ergebnisse seines Forschens und Wissens, seines Thun und Handelns als Beisteuer geben muß. Je mehr also der sogenannte „Schulstaub" verrufen und besonders in der jetzigen Zeit mit Recht verrufen ist, desto häufiger ficht man die Geister der Gegenwart sich der philosophischen Betrachtungsweise der Vergangenheit zuwcndcn; aber eben weil der Pcdantismus so sehr gefürchtet ist, um desto drohender sind die Gefahren eines bodenlosen, nicht Philosophirens, sondern Raisonnirens. Ucbcr einen Gegenstand, ja über den Zustand einer ganzen Mcnschenklasse zu „philosophiren" ist nicht zuschwer; cs fehlt selten an der gehörigen Mund- VW. Iahrg. 2. Band 0