Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Lehrt das Judenthum wirklich allgemeine Menschenliebe?
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852155-2312946--09512-2313600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
225 empfangen hatte, für vollkommen reif und emanzipationsfähig erklären würde. Wir könnten noch gar viele dergleichen Produkte der falschen Ansicht vom Iudenthum, der eingesogcnen Antipathie gegen dessen Bekenner, und hauptsächlich der befürchteten Konkurrenz, die meist im Hintergründe ist, anführen, wir wollten aber bloß durch einige Gegensätze die im Mvsaismus waltende wahrhafte Humanität uns veranschaulichen, die nicht wollte, daß der fremde Nicht - Israelit der Willkür so preisgegeben sei, daß jeder der zwölf israelitischen Stämme die in seiner Mitte lebenden Nicht-Israeliten, wie jeder besondere Staat in Deutschland seine jüdischen Untcrthancn, anders behandeln und ihre Rechtsverhältnisse nach den verschiedensten, oft entgegengesetztesten Prinzipien modeln möge; die nicht zugab, daß der die Konkurrenz schellende Philistersiiln den Nicht- Israeliten zurückdrängte, vielmehr befahl, daß dieser des Mitgenusses der Aernte im Jubel- und Erlaßjahre (3. M. 26, 6), der Zehnten und der Festmahle (5. M. 14, 29; 16, 14) gleich dem Israeliten theilhastig werden sollte; eine Humanität, welche nicht vorschrieb, den Nicht-Israeliten in einem abgesperrten Ghetto, oder durch besondere Abzeichen von den Bekennern der herrscheilden mosaischen Religion abzusondern, wie denn auch wirklich selbst die ausländischen Heiden im Tempel zu Jerusalem erscheinen durften (Sech. 14, 21) und sogar der israelitische König für Erhörnng ihrer Gebete in dem heiligen Tempel (1. Kön. 8, 41) Gott anries (was umgekehrt für die Iudeil hellte lloch etwa von einer christlichen Kanzel herab zu hören überraschen würde); eine Humanität, die endlich nicht von Annahme der israelitischen Religion, von Betreibung gewisser Gewerbe, von durchgängiger Erlangung einer gewissen Reise, oder von sonst Bedingungen, wie man sie in den verschiedenen deutschen Staaten verschieden stellt, die Ertheilung des israelitischen Bürgerrechts abhängig machte, sondern es jedem Nicht-Israeliten gewährte, der sich, wie billig, den