Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Lehrt das Judenthum wirklich allgemeine Menschenliebe?
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 5)
- Language
- German
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223 brandmarkende Iudencidsformel sein Gefühl empört, nicht in der christlichen Schule schon seinem Kinde fühlbar gemacht werden, daß es der unterdrückten Minderzahl angehört — „denn ihr wisset, wie dem Fremden zu Muthe ist," wie zu Muthe ist der unterdrückten Minderzahl der verschiedenen christlichen Konfessionen in manchen Ländern, weit entfernt, in solcher Weise mit Mose die Menge zum Bessern zu erziehen durch den Einfluß des Gesetzes, durch die Macht der von der Verfassung dem Volke anzucigncnden Gewohnheit, fragt man vielmehr bei jedem Bruchthcilchen von Zudenemanzipirung, ob wohl auch die Volksstimme damit sympathisiren werde, und hält die Accomodation an die eingeimpfte „Idiosynkrasie gegen die Juden," wie selbst die literarischen Wortführer unserer Tage sich ausdrücken, für Gcfttzesweisheit. Oder man wird vielleicht behaupten: „unter dem Worte Ger, Fremdling, im Pentatcuche, sei nur der Profclyt, pix ma, zu verstehen, durch dessen vorzügliche Berücksichtigting der Gesetzgeber die Heiden zum Zsraelitenthume zu locken beabsichtigte." Allein abgesehen davon, daß dem Mosaismus die Proselytcnmachcrci völlig fremd ist, kann das Wort 6er unmöglich in allen angeführten Stellen des Pentateuchs einen zur israelitischen Religion völlig Uebcrgetretcncn bezeichnen. Denn thcils scheint cs überflüssig, einen solchen noch für einzelne mosaische Gebote, z. B. keinen Götzendienst zu treiben (3. M. 20, 2), den Namen Gottes nicht zu lästern (das. 24, 16), zu verpflichten, thcils ist in jenen Vorschriften über die Behandlung der Fremden hinzugcsctzt: „denn ihr wäret Fremdlinge in Mizrajim," in Aegypten aber waren die Israeliten doch keine Prosclytcn. Und wollte man dies auch so deuten: „ihr müsset denProselyten so und so behandeln, denn ihr wäret — wenn auch nicht Prvselytcn, doch — Fremdlinge in Aegypten, und wisset also, wie überhaupt dem zurückgcsctztcn Fremdling zu Muthe ist," so ist also doch das Gesetz nicht dadurch mo-