Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 7)
- Language
- German
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213 sam, um ihre großen Zwecke zu erreichen; sie forderte von Juda harte und schwere Prüfungen, sein Blut lind seine Thränen wollte sie fließen sehn, und wahrlich! könnte das Blut des unschuldig Leidenden die Welt erlösen und versöhnen^ das Iuda'ö hätte sie längst erlöst. Denn wie verschieden sie auch unter sich sein mochten die Völker, zu denen cs kam, ein Obdach zu suchen, alle stießen sie es verachtend von sich, und so sehn wir eine lange, lange, trübe Reihe von Jahrhunderten hindurch seine heimathlosen, unglücklichen Söhne ümherirrcnd, umhergejagt auf der großen, schönen Erde, ohne sichere Wohnstätte, ohne Alles, was das Leben verschönern und erheitern kann, der Verachtung und blutigsten Verfolgung^ der ganzen Welt Preis gegeben, gehaßt und verflucht von der ganzen Menschheit, ein Spielball der Großen und Mächtigen der Erde, so wie des grimmigen, mordlustigcn, raubgierigen Pöbels, aufs Himmelschreiendste geknechtet, uild durch dieses ganze schreckliche Geschick nach und nach auch dcmoralisirt, die Züge der Wehmuth auf ihrem Antlitz, die Thränen des Kummers und des Schmerzes in ihrem. Auge, im Innersten ihres Herzens aber die heilige, alle ihre Lebensadern durchströmcnde Gluth ihres Glaubens, des Glaubens an den Gott, der ihnen ja schon lange, gelehrt hatte, „daß sein Haus das Bethaus aller Nationen sei." Und an diesen Glauben saugen und klammern sie sich fest und nur immer fester, je mehr es von außen stürmt; von allem Lieben und Theuern, das sie der Weltgeschichte hatten hingeben müssen, war er ja das einzige Kleinod, das ihnen geblieben; aber er sollte auch das einzige sein und war auch das ausgezeichneteste, er war das hohe, heilige Palladium, das sie zu tragen hatten durch die Stürme der Geschichte; er war ihr Panier, ihre Stärke, ihr Trost, ihre Hoffnung, ihr Stab, ihre Stütze auf der langen, beschwerlichen Wanderschaft; für ihn opfern sie freudig Alles, Alles hin, tragen sie geduldig auch die härtesten Schläge eines schrecklichen Geschicks, lassen