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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft · p. Seite 214

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 214 (sequence 8)
Language
German
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214 sie sich zu Hunderten, ja zu Lausenden muthig hinmorden, hinschlachtcn, verlassen sie, von einem oft schon licbgewonnen Boden weggejagt, gern das gesahr- und mühevoll Erworbene, und im Innersten ihres Hauses, ihrer Familien, da erbauen sie ihm ein Heiligthum, einen Tempel des Friedens, der Liebe, der Züchtigkeit und Wohlthätigkcit, dahin flüchtet sich ihr ganzes inneres Leben, da hören wir ihre brünstigen Gebete ertönen, da sehn wir sie in froher, frommer Gemüthlichkeit ihre Feste feiern und sich erinnern an die einstige Herrlichkeit des alten Israels, und neuen Muth sammeln für den Kampf da draußen in der Welt, die für sic nur eine Welt der Feindseligkeit, des Hasses und der Verfolgung war. So tritt er einher der Geistesheld Juda , seine Hände gefesselt, seine Brust mit Wunden bedeckt, sein Sinn umnebelt und umdüstert, sein Wandel oft demoralisirt, und dennoch in seinem Innersten noch frisch, ungebrochen, jünglingsmuthtg kämpfend und riirgend mit der schweren Zeit, feststehend auf seinem Beruf wie ein Priester des Herrn. Und als nach einem dunkeln, schweren Ungcwittcr endlich die Sonne einer neuen Zeit hervorbrach und ein junger Frühlingstag der erstarrten europäischen Menschheit ins Angesicht leuchtete, daß sie wieder erstarkte und sich emporrichtete aus ihrem dumpfen Schlummer, da waren unter den Auferstandencn auch Iuda's Söhne, die neue Zeit hatte ihre Fesseln gelöst und ihre Kerker geöffnet, und wie aus einem langen, düster» Traume erwachend, warfen sie sich mit kindlicher Liebe an ihre Brust und nannten sie Mutter. Und ein Hauch der Verjüngung ging durch die Erde, und der lange nicht gehörte Ruf der Humanität und Freiheit ertönte in einer neuen Weise und ergriff die Gcmüther der Menschen, und ein neues, junges Geschlecht blühte empor, und eine neue Welt der Ideen und Anschauungen überwand und zerbrach die alte; Juda aber, der alte Held, der kühne Kämpfer, war noch immer nicht überwunden und gestorben^ aus einer riesigen Vergangenheit

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