Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 5)
- Language
- German
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211 barte es dennoch auf großartige Weifte freilich in jener unbewußten, wie das Prinzip eines Volkes lebt in seinem innersten Gcmüthe, und es treibt, seine Sendung zu erfüllen. Schauen wir hinüber nach dem Altcrthum, in jene Zeit, da die Träume der Kindheit noch die Stirn der Menschheit umschwebten, da die großen Seiten der letztem noch nicht vereinigt waren zu einem harmonischen Ganzen, sondern sich erst einseitig entwickeln und ausbilden mußten in den Richtungen verschiedener Volksindividüalitaten, da die Völker noch begriffen waren in jenem blinden Umhertappen nach dem Ewigen und Göttlichen, das sie, ihrer Einseitigkeit wegen, nicht finden konnten, da sehn wir schon Zuda stehn in stiller , einfacher Größe, wie seine Dichter sagen, „ein Volk von Priestern," den großen Gedanken Gottes denkend. Und diesen Gedanken, den welterlösenden, durch das ganze Alterthum hindurch zu entwickeln, war seine große Aufgabe, und wahrlich! in und zu einem solchen Volke konnte der göttliche Geist mit Recht sprechen: „ Israel, du bist mein erstgeborncr Sohn, ich habe dich auf Adlcrfittigen getragen und zu mir gebracht , durch dich werde ich geheiligt werden vor den Augen der Völker, mit dir werden sich segnen die Nationen des Erdballs." Und als die alte Welt in ihrer Einseitigkeit zrisammengebrochen war, da fiihr, wie ein leuchtender Blitz / wie ein gewaltiges Werde! Zuda's Gedanke in ihre Trümmer und erbaute auf ihrem Schutte eine neue, und die müde gejagten, lechzenden Nationen streckten verlangend ihre Hände nach ihm aus und segneten sich mit ihm, Zuda hatte die erste, größte Liebesgabe auf den Altar der Weltgeschichte gelegt. Zertrümmert lagen sie nun da, alle die großen und riesigen Staaten des Alterthums, ihre Atisgabe, ihr Beruf war erfüllt; auch der jüdische Staat, die Form, in der Zuda bisher gelebt und sich entwickelt, mußte mit der gcsammtcn alten Welt zusammcnbrcchen, mit ihm aber nicht das jüdische Volk. Thränen der Wchmuth und des Schmerzes im