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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft · p. Seite 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 210 (sequence 4)
Language
German
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210 cm der die fortschreitende Zeit gleichgültig vorübcrgegangen sei, höchstens sie noch morscher gemacht habe; man ist bemüht, aus allen Winkeln-/und Ecken mit all' das Kleinliche hervorzusuchen,/ das wohl jede Geschichte aufzuwcisen hat, und das wahrhaft Große und Erhabne, das im Ganzen liegt, läßt man bei Geste liegen oder tritt es mit Füßen. Aber wir hoffen, daß jetzt die Zeit nicht mehr fern ist, wo besondere Nationalität und Religion keinen Einfluß mehr auf die historische Gerechtigkeit üben werden, und bis dahin wird auch eine junge jüdische Generation herangeblüht sein, die die große Geschichte ihrer Väter retten und zu Ehren bringen, sie mit Stolz, als ein Hciligthum, in ihr Herz aufnchmen, an ihr sich groß nähren, mit dem Bewußtsein ihrer Größe aller Zurücksetzung, Verachtung und Verfolgung muthig entgegentreten, und sie, in Wort und That, der Welt verkünden wird. Zu da hat eine lange, beschwerliche Reise durch die ganze Weltgeschichte gemacht; fest vielen Jahrhunderten ist sein Weg nur mit Blut und unsäglichen Lhränen gezeichnet, ist seine Geschichte nur eine heftige Anklage gegen die Völker des Erdballs; aber dastes nicht müde und matt geworden, und nicht die Hände sinken ließ, daß es fest stand auf seinem Berufe, wir möchten mit der Schrift sagen, wie ein Priester des Herrn, das ist sein Hcldenthum, seine Größe. Wohl finden wir in seiner Geschichte jenes ihm so oft vorgeworfene Moment der Abschließung, aber mit ihm auch ganz deutlich das dcr universellen Liebe, das jedes Volk, trotz seiner Bvrnirtheit, in seiner Brust trägt; Juda hat der Weltgeschichte gegeben und geopfert, was es ihr zu geben und zu opfern hatte, und was es ihr erhalten mußte, das hat es treu und ehrlich , mit Muth und Energie erhalten, unb warum es dies erhalten, das ist eine philosophische Frage, die die Gegenwart vielleicht theoretisch, die Zukunft aber gewiß praktisch lösen wird. Hätte Zuda das Prinzip der Liebe auch gar nicht in dem seinigcn, sein historisches Geschick schon offen-

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