Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
- Article
- Etwas Historisches über das Julius-Hospital zu Würzburg
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 3)
- Language
- German
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158 Als nun Bischofs Julius den stattliche Bau darauf fürnahmc, und denselben schier hatte zu Ende gebracht, unterstunden sich die Juden ihres erkaufften Platzes halb bei dem kaiserl. Hof Einrede; und er Bischoff Julius darüber seinen nothwendigcn Bericht thätc, arbeiteten sie die Juden bei Ihrer Majestät Hof noch dahin, daß Bischoffcn Julio angcmuthct wurde, die Sach durch Commission sürzunchmcn, und vergleichen zu lassen. Er entschuldigt sich aber mit der Erzählung des Wercks, und setzet zu dem Kayser, ob auch darum, daß er mit Mühe und Kosten dasselbige Werk Gott zu Ehren, und den Armen zu gut angerichtet; die Juden es aber widersprachen, sich solt fügen, jemand aus den Reichs- Ständen oder andern guthcn Leuten derwegen anzugelangen und zu bemüßigen, darbcy es gelassen und verblieben. Folgends haben die Juden allein ihrer Vorfahren ausgclegten Kauffs-Gclds um den Juden-Garten, wie er genannt, und darüber sie noch den alten Kauff-Brief gehabt, wieder begehrt; aber Bischoff Julius hat auch dasselbe abgeschlagen. Und stehet also von den Gnaden Gottes der Spital auch fürter an dem Orth, dahin er erbaut." So weit die Chronik. Wir unterlassen in geschichtlicher Hinsicht weitere Betrachtung daran zu knüpfen. Eine Bemerkung jedoch sei gestattet. Fürst Bischof JuliriS hat dlirch fein Hospital ein bleibendes Denkmal seiner Menschenfreundlichkeit und Frömmigkeit gesetzt. Lausende von Juden*) und Christen segnen ihn dafür, und jeder Menschenfreund ehret sein Andenken. Gerne gönnen wir ihm den Platz, in Anbetracht, wozu er verwendet worden. Daß aber die Handlung selbst widerrechtlich war, kann wohl nicht in Abrede gestellt werden. Nach den heutigen Rechtsbegriffen *) Auch werden nicht selten von Juden Vermächtnisse dahin gestiftet, wie denn der kürzlich verstorbene Hofbauquier Jakob von Hirsch erst wieder unter anderen ein Legat von 1000 Fl, dem Juliusspitale vermacht hat.