Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
- Article
- Etwas Historisches über das Julius-Hospital zu Würzburg
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852153-2312909--09372-2313532- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
157 liehen Zinnß, zu ihrer Begräbniß erkaufst, allda sie da einen sondern Altar (?) aufgericht, wie auch etliche Wohnhäuser erbauet, über das sie zuvor viele und unterschiedliche Häuser in der Stadt, und ein sondere alte Synagog und Wasser- Lauch, wie sie es nennen, gehabt, daher derselbige Platz der Juden-Garten genannt worden. Nun ward unter einem und andern Bischoff etwa merkliche Verfolgung gegen ihnen sürgenommen *), da sie doch immer hassten blieben und wieder aufkommen seyn. Endlich verlangt Bischoff Friedrich von Kayser Ferdinando ein befonber Privilegium, daß er sollte und mochte die Juden abschaffen; dessen nähme er sich zwar genugsam ernstlich an, aber es ging ihrer Patronen halb, wie es kommt. Und obwohl zuletzt alle ihr Wohnungen sammt der alten Synagog in Aenderung gerathen, blieb ihnen doch der vermeldet erkaufst Juden-Gart von langen Jahren hero, wie auch solcher Zeit der Juden-Kirchhoff genannt. *) Leider nur zu oft und zu merklich. Unter Bischof Siegfried (1147 bis 1151), als Mönch Rudolph im deutschen Reiche wider die Juden predigte (Jost VII., 237) „ist es mit den Juden zu Würzburg seltsam zugegangen." Unter Bischof Mangolds Negierung (1287 bis 1303) im Jahre 1298 am 21. Juli wurden zu Wäczburg sammtliche Juden, beiderlei Geschlechts, getödtet, keiner entging, denn er taufte sich (uisl qui ad baptismi gratiam confugisseut). Ums Jahr 1306 wurden sammtliche Juden verbrannt, Männer und Frauen, ohne Unterschied, parvuli ad baptismum reservantur. Im Jahre 1348 war eine solche Judenverfolgung zu Würzburg, „daß etliche Juden am Dienstag frühe, 8 Lag nach Ostern ihre eigne Hauser, die sie zuvor wohl versperret hatten, anzündeten, und sich selbst mit Weib und Kind, auch aller ihrer Haab und Güter verbrannten. Aber früher schon, im Jahre 1336, als die Juden in Kitzingen erschlagen wurden, hätten die Bürger zu Würzburg ihre Juden geplündert und geschätzt." Dasselbe Lhat im Jahre 1422 Bischof Johannes (1411 — 1440). „Er hat — erzählt die Chronik — die Juden zu Würzburg und sonst allenthalben im Stift auf einen Lag gefangen, geschätzt, und wie man sagt, in die 60,000 Fl. von ihnen bracht; welche summa ihme allein zu halben Lheil zum guten kommen ist, das übrige Lheilten seine Hanßen unter sich." A.