Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- Lehrt das Judenthum wirklich allgemeine Menschenliebe?
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
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12 große mosaische.Wahrheit von der Einheit Gottes, thcils getrübt wurde durch eingcschlichene heidnisch zersplitternde Begriffe von Gott, thcils nicht fruchtbar in's Leben treten konnte vor dem üppigen Unkraut der Selbstsucht, die nichts wissen will von dem menschenfreundlichen Wohlwollen, das Andere, ohne Rücksicht auf Stand und Glauben, auf gleiche Linie mit sich stellt, und die unter dem scheinheiligen Mantel von wahrem Glaubenseifer, reifer Besonnenheit u. s. w. jenes Wohlwollen unter den Namen falscher, unzcitiger Humanität rc.,zu verdächtigen und zu verdrängen sucht. Auch in dem nächstfolgenden Gebot: „Du sollst den Namen des Ewigen, deinesGottes nicht zum Falschen aussprechen" rc. ist keine Spur von inhumaner Unterscheidung zwischen Israeliten und Nichtisraeliten. Da nehmen wir nicht die entfernteste.Andeutung wahr, daß einem Ketzer oder Heiden ein Eid nicht zu halten sei. Vielmehr ist da die Hcilighaltung des beim Namen Gottes Becheuerten so unbedingt eingcschärft, daß im Geiste dieses Gebotes die Israeliten bei der Einnahme Kenaans, dessen versunkenen heidnischen Einwohnern sie gar keine Schonung widerfahren lassen sollten, dennoch den von den Gibeoniten erlisteten Eid zu ihrer Schonung heilig hielten und auf keine Weise, etwa unter Berufung darauf, daß der Eid als dem Gesetz, alle Kcnaaniten zu vertilgen, widersprechend, oder weil durch List errungen, ungültig sei, dessen Erfüllung umgingen, so wie sie auch den Eid treu hielten, den nur zwei israelitische Männer der Kenaaniterin Rachab, sie und ihre Familie zu schonen, geschworen hatten. (Iosua 6, 22 lind 23. K. 9.) Wahrhaft merkwürdig aber ist die große Humanität, die in dem folgenden Sabbath-Gesctz deutlich ausgesprochen - ist. Es klänge nicht einmal in unserer gepriesenen Zeit der fortgeschrittenen Civilisation hart und inhuman, wenn ein Gesetzgeber spräche: Was du selbst am Sabbath nicht verrichten darfst, magst du von deinem Knechte oder dem