Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- Einige beherzigungswerthe Worte
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852149-2312778--08976-2313383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8 und mag es nur anged eutet haben, welch ein entwickelndes Mittel die Muttersprache werden kann, wenn sie zweckmäßig gelehrt wird. Daher halte ich den Unterricht in derselben ׳für sehr geeignet, die hohem und nieder» Seelenkrästc zu üben. Bei diesem Unterrichte läßt es sich bald prüfen, mit welchen Fähigkeiten der Zögling ausgcstattet ist, was er im Innern aufbewahrt und was aus demselben zu entwickeln wäre. Freilich kann auch jede fremde Sprache dazu benutzt werden; nur ist die Arbeit in der Muttersprache weit leichter, da die Zöglinge schon Vorrath mitbringen, während beim Unterricht in fremden Sprachen der Vorrath und das zu verarbeitende Material auf mühsamem Wege erst gegeben werden muß. ... Ich habe also, meine Gcehrtesten! das leichteste Theil gewählt und kann daher nur auf ein sehr geringes Verdienst um diese Anstalt Anspruch machen. Die Menschenfreunde, die dieses Institut gegründet und die, die dasselbe unterstützen, wollen sich demnach mit meinem guten Willen begnügen. Indessen ist der gute Wille auch etwas! Und wenn wir nur Allesammt von dem guten Willen beseelt wären, zum Heil und Frommen der leidenden Meisschhcit mitzuwirken: so würden die Wunden bald heilen, an denen sie noch blutet, und die ihr leider! tagtäglich noch geschlagen werden! Und so erlauben Sie mir nur zum Schlüsse noch den Wunsch auszusprechen: Mögen sich recht viel und recht viel neue theilnehmende Herzen finden, die sich der Unglücklichen annehmen, die Gott an uns gewiesen! Möchten wir es nie vergessen, daß. die Vorsehung sowohl durch das, was sie den Blinden entzogen, als auch durch das, was sie ihnen gewährt, uns mahnen will, ihrem Leibe, ihrem Herzen, ihrem Geiste Nahrung zu geben, und sie zu trösten für des Lichtes Himmelsgabe, die sie entbehren. — Wenn wir unser» Kindern in's Antlitz schauen und ihr freundliches Lächeln unsre Seeligkcit vermehrt, so wollen wir an die unglücklichen Väter und Mütter denken, die