Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- Einige beherzigungswerthe Worte
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9 diesen Anblick nie gehabt — gehabt vielleicht und — verloren. Wenn wir in das Antlitz eines treusorgenden Vaters, einer zärtlich liebenden Mutter schauen: so wollen wir der unglücklichen Kinder gedenken, die nie in diesen offenen Himmel schauen konnten. Wenn uns der Anblick der schönen Natur und der Werke der Kunst entzückt: so wollen wir Derer uns erinnern, die .alle diese Hochgenüsse entbehren und sich glücklich preisen, wenn ihnen nur das Nöthigste nicht gebricht. Dann aber soll sich unsre Hand um so williger öffnen und unser Herz soll um so wärmer für sie ׳glühen, um so lauter ihnen entgegen schlagen, denen entgegen schlagen, die Gott an unsere Liebe gewiesen. ,Dann wollen wir uns gegenseitig ermuntern und ermahnen, nie aufzuhören: ״Dem Blinden ein Auge zu sein" und ihnen ihr Geschick zu erleichtern bis das ewig stralende Licht auch ihnen aufgehen, auch ihnen leuchten wird. H. Lehrt das Judenthum wirklich eine allgemeine Menschenliebe? (Fortsetzung?) Diese Fraget ist um so wichtiger, je mehr das mosaische Gesetz als Basis des Zudenthums und noch heute als Norm für Lehr' und Leben der ganzen Zudenheit gilt. Ohne die Bücher Mose's selbst genau einzufthcn, möchte man fast glauben, daß dieselben nichts weniger als allgemeine Menschenliebe lehrten. Denn thcils hört man oft das Wort: ״christliche Liebe" — wornach die *) S. Jahrgang VIII., Heft 6״ S. 355, **) Ob nämlich der humane Geist, den wir in dem ersten Buch Mose's nachgewiesen, in der mosaischen Gesetzgebung nicht wieder verwischt werde? (S. Seite 359.)