Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- Einige beherzigungswerthe Worte
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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paar. Letztcrm verdanken cs die Blinden, daß sie die Gest alt, die Länge und Breite, oft sogar die Farbe der Gegenstände anzugcben wissen. — Ist es nun zu verwundem, daß Poesie und Musik — Dicht- und Tonkunst— unter den Blinden viele Lieblinge zählen?-Aber auch die ernste Göttin der Weisheit hat.sich oft treffliche Jünger tuid Meister aus der Mitte derer gewählt, die, wie sie selbst, eine Binde um die Augen tragen: Mathematiker und Physiker nennt uns die Geschichte, die trotz ihrer Blindheit viel geleistet und auf dem Gebiete der Wissenschaften glückliche Entdeckungen gemacht haben. Indessen braucht es kaum erwähnt zu werden , daß zu asten diesen trefflichen Eigenschaften des Herzens und des Geistes die Natur nur den Keim giebt, die Anlage giebt, die Fähigkeit giebt, denn aus gebildet bringen wir schlechterdings nichts mit zur Welt, wir mögen mit offnen oder verschlossenen Augen hier ankommen; eben diese Keime und Anlagen und Fähigkeiten — dazu sind sie da — sollen erkannt und auf das sorgfältigste gepflegt, bearbeitet und entwickelt werden. Es sind ja diese Keime und Anlagen und Fähigkeiten die einzige 'Morgengabc, mit denen die Gottheit die armen Blinden zur Erde sendet. Wehe, wenn die Absicht der gütigen Vorsehung verkannt wird! Wehe, wenn diese Fähigkeiten unbeachtet, unberücksichtigt, unbearbeitet bleiben! Nicht ich, ruft dann der Vater in der Höhe, nicht ich — ihr habt meine Kinder elend und unglücklich gemacht, ihr!! Ich habe ihnen Ersatz gegeben für das, was ihnen gebricht; ihr mißgönnt den Armen diese Entschädigung und begeht einen Mord an ihren Herzen, an ihren Seelen — an ihrem Leben. Gerade die ausgezeichnet lebhafte Phantasie der Blinden — ihr feineres Gefühl — ihr schärferes Gehör sind die dcutlichsten Offenbarungen Gottes an die Menschen, die Augen zum Sehen haben, daß die Anstalten, die sich dieser Unglücklichen annehmcn und annehmen sollen,