Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Verhandlungen der Israelitischen Kreis-Synode zu Würzburg, im Jahre 1836
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 4)
- Language
- German
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375 9) Sind die um das Gesetz gezogenen Schutzmauern oder Zäuüe absolut unabänderlich, wenn gleich die Verhältnisse, in deren Voraussetzungen sie ausgestellt wurden» durchaus nicht mehr bestehen?; Hierüber gab es viele Debatten, wie sich denken laßt. Doch erklärte die Majorität, daß zur Erhaltung der Religion jedes Gesetz suspendirt werden könne, und einstimmig, daß spätere Unordnungen aufgehoben werden können, wenn sie nicht in ganz Israel verbreitet oder die Mehrheit nicht dabei bestehen könne. — Maimonides Ansicht galt als Grundlage. Nur Einzelne waren der Meinung, daß bei aufgehobener oder unterbrochener S micha gar nichts geschehen könne, selbst wenn die Religion dabei zu Grunde gehe. Aber es waren nur Einzelne. B. Hinsichtlich der Glaubensgesetze. 1) Kennt, bekennt oder verwirft die jüdische Lehre die im Pentateuch (!) begründete Lehre von der göttlichen Dreieinigkeit? Es wurde geantwortet: Der Jude darf nur diejenigen Eigenschaften von Gott glauben, welche in der Israelitischen heiligen Schrift gelehrt sind. Die Dreieinigkeit sei nach der Lehre des Judenthums aber nicht darin gelehrt, noch we- Niger begründet, und die jüdische Lehre bekennt sie nicht, sondern verwirft sie. Übrigens werden Nichtjuden als Bekenner derselben auch von den Juden nicht als Polytheisten betrachtet. -fft 2) Was lehrt der Talmud über den Ursprung und die Substanz der Welt und das Motiv der Schöpfung? 3) Wozu ist nach der Lehre des Talmuds der Mensch erschaffen, was ist seine gegenwärtige Bestimmung über- Haupt sind die der Juden insbesondere? Es wurde erklärt, daß der Talmud zwar Manches anthropomorphistisch lehre, daß dieses aber zur Hagada gehöre, welchem der Religion nicht beachtet werde. Übrigens