Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Verhandlungen der Israelitischen Kreis-Synode zu Würzburg, im Jahre 1836
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304644-10852140-2312027--08878-2312599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
376 werde an vielen Stellen deutlich und übereinstimmend mit der heiligen Schrift gelehrt, daß Gott die Welt aus Nichts erschaffen und kein Mensch Gottes-Absichten erforschen könne. Daß der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen, und vollkommen zu werden seine Bestimmung sei. Als Mensch hat der Jude keine andere Bestimmung, denn jeder Mensch; als Jude aber soll er einem Volke angehören, durch welches Gottes Wort erhalten und verbreitet wird. D Giebt es eine ewige Belohnung und Bestrafung, giebt es ein Mittelding zwischen beiden? b) Worin besteht die Belohnung, wer wird ihrer theilhaftig werden, und wodurch? Hierüber war die Ansicht einstimmig: eine ewige Belohnung giebt es, aber ob es eine ewige Bestrafung gebe oder nicht, sei nirgends bestimmt und klar ausgespro-- chen, aber Bestrafung giebt es,*) Der Belohnung wird Jeder theilhaftig, welcher Gutes thut, weil Gott nichts unbelohnt läßt. Die Belohnung findet übrigens theils diesseits, Heils jenseits statt. Dabei wurden die bekannten Talmudstellen angeführt, welche aflen Völkern die Seligkeit des jenseitigen Lebens verheißen, wenn sie nur sittlich-fromm leben. Ferner, daß für Nicht-Israeliten nur die sieben noachitischm Gebote Verbindlichkeit hätten und sie, unbeschadet ihrer Seligkeit, von der Beobachtung aller Ceremonial - Gesetze befreit seien, -MWer ist der Moschiach oder Messias, was ist von ihm zu erwarten, und woran ist er zu erkennen? 7) Wird die Auferstehung der Todten seinem Reiche vorangehen, Nachfolgen, oder gleichzeitig eintreten? *) Auch hier dürste von Interesse für Viele die besondere Erklärung des Herrn Oberrabbiners Bing sein: das Wort ״ewig" bedeute nur die Zeit bis zur Auferstehung, denn Über diese hinaus könnten sie nichts bestimmen. Keine Seele, hie von Gott erschaffen, dürfe je verloren gehen.