Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft · p. Seite 357

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
Article
Lehret das Judenthum wirklich allgemeine Menschenliebe?
Date
1834-01-01
Page
Seite 357 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2304627-2304643-2304644-10852140-2312023--08854-2312580
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

357 ter außer Zweifel gesetzt, daß Religion, Abstammung oder sonst irgend etwas keinen Unterschied hierbei mache. Nicht minder wird lediglich auf das allgemein Mensch« liche Rücksicht genommen in den Segnungen Gottes an die AdaMiten und die Noachiten (das. 1, 28. 9,1.)— Dort wird nicht der Segen verheißen für eine besondere Linie ihrer Nachkommenschaft, für dieJsraelitische namentlich—wie z. B. Abraham nur in Iizchak (Isaak) den Segen ersahten sollte (das. 21, 12.), — sondern die ganze Menschheit gleichmäßig gesegnet. Es erblicket da der Israelit sich um Nichts mehr als alle Anderen, und keinen Menschen auf Erden um Nichts weniger als sich selbst des göttlichen Segens theilhaftig gemacht. Überhaupt muß nach dem ganzen Inhalt und Tone in der vor-abrahamitischen heiligen Geschichte der Israelit alle Menschen hinsichtlich ihres Sündensalls, ihrer Bestrafung, Belohnung und Beaufsichtigung von der Vorsehung, ihres Ursprunges und ihres Endes, ihrer intelligenten und moralischen Vermögen ganz aus gleiche Linie von Gott gestellt erblicken, und somit in aller Hinsicht seine menschliche Sympathie dem Einen wie dem Andern von Gottes wegen zuzuwenden sich für verpflichtet halten. Aber in der Israelitischen Geschichte, die eben mit Abraham beginnt, da wird jener cosmopolitische Humanismus zu einem ausschließenden Particularismus sich zusammenziehen? Laßt uns sehen! Abraham erhält von Gott die Verheißung: ״Durch dich sollen gesegnet werden," — nicht etwa bloß: deine Nachkommen, sondern ״alle Geschlechter der Erde." (Das. 12,- 3. u. 22, 18.) Auf alle Völker und Menschen soll also nach dem Willen der Vorsehung, wie auf Israel, Heil und Segen durch Abraham kommen. Muß da nicht in des Israeliten Sinn gegen andere Religionsgenoffen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.