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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
Article
Lehret das Judenthum wirklich allgemeine Menschenliebe?
Date
1834-01-01
Page
Seite 356 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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35a Er sichet hier Jeden, der Mensch heißt, sei er Christ, Türke oder Heide, gleich dem Israeliten, als ein Ebenbild Gottes geschaffen; er siehst somit, daß jeder Mensch, weß Volkes, Glaubens und Standes er auch sein mag, gleich ihm selbst, dieselbe hohe Bestimmung, dieselbe Menschenwürde, dieselbe Fähigkeit zur Vervollkommnung und Glückseligkeit, überhaupt jede aus der Ebenbildlichkeit Gottes folgende Anlage haben und bei dem Allschöpfer eben so gut wie er selber angeschrieben sein müsse, so daß er keinem Wolke und keinem Einzelwesen in der Welt, und wäre dasselbe noch so sehr durch Meinung, Glauben und bürgerliche Verhältnisse von ihm abgesondert, die allgemeine Menschcnachtung und Liebs als Bild und Kind Gottes versagen dürfe. ' In diesem klaren und deutlichen Ausspruche der Schrift sehen wir also schon die tiefe Wurzel zum vollkommensten Humanismus. Übereinstimmend damit ist auch der Zusatz in demselden Verse: ״daß sie herrschen über dieFische des Meeres... und über die ganze Erde,"— womit (besonders, durch den Plural: daß sie herrschen) ausgedrüstt ist, daß, der Absicht des Schöpfers gemäß, der Mensch — somit auch der Israelit — mit den übrigen Menschen in Verbindung leben, und durch dies Zusammenwirken ihrer Kräfte Thiere, Erde und Meer beherrscht und dem Zwpcke der menschlichen Bestimmung dienstbar werden sollen. In demselben Sinne sehen wir auch die noachische Gesetzgebung sich aussprechen. ״Wer Menschenblut vergießt, heißt es dort, dessen Blut soll durch Menschen wieder vergossen werden." (1. B. Mos. 9, 6.) Da ist also wieder jedes Mensch en Leben als heilig und unantastbar dargestellt, und durch den beigefügten erhabenen Grund: ״denn im Ebenbilde Gottes hat er den Menschen gemacht," noch bestimm-

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