Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Gusikow
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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310 mir war die Behandlung dieses Instrumentes nicht unangenehm, der sanften Töne willen, die ich so sehr liebe, während alles Lärmende mich auf das Beleidigendste angreift. Aber es verdroß mich, daß man seiner Einfachheit wegen so wenig auf ihm leisten kann, und ich vernachlässigte es ziemlich, bis es das Schicksal anders wollte!" Dieses zwang ihn, wie wir wissen,, die geliebte Flöte zu verlassen, und mit der ihm eigenen Beharrlichkeit der vorher verachteten Holzsidel anzuhangen. Ihr Mangel reizte ihn, neben der praktischen Übung, zur Verbesserung, und alle seine Geisteskräste strengte er dazu an. Zuerst vermehrte er die Zahl der Hölzer und erweiterte den Tonumfang; dann schärfte er sie an beiden Enden mehr zu, und brachte sie in eine nach Harmonie und Skala geregelte Ordnung; endlich verband er sie mit einander, und so erhielt das Instrument nach und-nach seine jetzige Gestalt, in welcher die höchste Einfachheit mit sinnreicher Erfindung sich vereinigt. Man findet seine Beschreibung unter dem Artikel Harmonika — Holzharmonika, welchen Namen wir schicklicher Weise ihm zu geben glauben. Durch angestrengten Fleiß zu einer immer größer» Virtuosität auf dem Instrumente gelangt, erregte Gusikow auch bald Aufsehen in seiner nächsten Umgebung, von der aus aber das Gerücht des Außerordentlichen sich immer weiter und weiter verbreitete. Er ging zuerst nach Moskau, und der Beifall, den er hier fand, gab dem Zureden seiner Freunde, die Reise noch werter fortzusetzen, die erwünschte Kraft. Bescheiden, wie er lebte, wanderte er mit nichts weniger als glänzenden Er- Wartungen nach Kiew, als gerade Lipinski sich dort befand, der ihn bewunderte und aufmunterte. Das trieb zu noch fleißigerer Übung: Tag und Nacht ward gearbeitet, selbst mit Hintansetzung seiner Gesundheit. In Odessa, wo er nach dem Jahre 1834 unter ungeheurem Zulaufe des Volkes, das erstaunt seinem National-Jnstrümente ganz neue Töne entlocken hörte, im italienischen Theater Concerte