Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Gusikow
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 4)
- Language
- German
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309 Zunftgewerbe angehörend, nicht selten antreffen. Er lernte beim Vater die Flöte, machte bei seinem natürlichen Talente und einer, wenn auch noch rohen, doch außerordentlichen Liebe zur Musik (in seiner Art) erstaunliche Fortschritte darauf, und unterstützte daher jenen bald bei seinem, oft sehr lästigen Geschäfte. Noten kannte er damals noch nicht; sein ganzes Musikrepertoir bestand in den hebräisch-, auch russisch- und polnisch-nationalen Melodieen, welche er nach dem Gehör erlernte!und spielte, und die das Eigenthümliche haben, daß sie alle aus Moll gehen. In seinem 17. Jahre heirathete er, wie es in seiner Gegend Sitte ist, und nun flössen mehrere Jahre ganz einförmig mit dem Gewerbe eines gewöhnlichen Spielmannes, das ihn indeß, mit Vater und Brüdern, oft kleine Wanderungen bis nach Moskau machen liest, dahin, bis 183S, in welchem Jahre ihn eine schwere Brustkrankheit befiel, die ihn nöthigte, sein bisheriges Geschäft als Flötist ganz aufzugeben.. Die Noth, in welche er und seine ganze Familie dadurch gesetzt wurde, war groß; doch die Rettung. daraus auch wieder nahe. Schonseit undenklichen Zeiten nämlich findet sich unter den Russen, Kosacken, Tataren, Polen, Lithauern, insbesondere aber unter den Gebirgsvölkern gegen die Karpathen und den Ural hin, ein -rohes, einfaches Instrument, jwva i Sainni() genannt, welches ungeachtet feiner noch größer» Unvollkommenheit, - beiihnen die Stelle des Dudelsacks anderer Länder vertritt, und dessen einfaches Spiel bei keinem Feste, namentlich des Landvolks, zumal wenn es ein Volksfest ist,-fehlen darf, — und auf diesem Instrumente, das von Holz ist und geschlagen wird, übte sich nun Gusikow, der vorher schon, dem allgemeinen Willen sich fügend, sich einige Geschicklichkeit darauf erroorden hatte, mit vielem Fleiße. ״Mir war — so erzählte er selbst dem Herrn S. Schlesinger in Wien, der seine Biographie nebst seinem Portrait und einer Abbildung seines Instrumentes bei Tendier in Wien herausgab —