Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Gusikow
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 3)
- Language
- German
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308 wie er sagte, da er schon einige Zeit das Instrument so spielte, und es ihm überhaupt nicht viel Mühe machte. Mit ihm jedoch ist auch bas Instrument gestorben; denn ׳ um es zu solcher Vollkommenheit zu bringen, muß es mit י Leib und Seele gespielt und eher verstanden, als studirt werden. Gusikow war geizig für seine Person, doch verschwenderisch freigebig für seine Familie. Seinen Brieftn nach zu urtheilen, war er sehr gern in Frankfurt a. M., und er schrieb oft an die Familie, bei der er wohnte, und die ihn liebgewonnen hatte. Er wurde 32 Jahre alt, und hcirathete sehr früh. Eine halbe Stunde vor seinem Tode beklagte er weinend noch seine Gattin und seine Kinder. Mit ihm starb ein großes Musiktalent." *) Die Encyclopä'die der musikalischen Wissenschaften enthält über diesen Künstler Folgendes: Joseph Gusikvw, der bekannte, und derzeit in Wien, Leipzig, Berlin und andern Städten Deutschlands so großes Aufsehen erregende Virtuos auf dem Holz- und Strohinstrumente, wurde 4809 zu Slow in Russisch-Polen von Israelitischen Eltern geboren. Sein Vater war ein armer Flötenspieler, der sich durch Musikmachen bei Hochzeiten u. dergl. Gelegenheiten sein Brod verdienen mußte, dabei aber ein frommer Mann, seinem Glauben treu nachlebend; und so ward auch Joseph erzogen: zum frommen Spielmanne, wie wir ihn in den slavischen Ländern, gleichsam einem erblichen , *) Sollten nun nicht bald recht viele Strohsiedler aus Polen - nach Deutschland kommen, die von der guten Aufnahme Gusikow's hörten, und verkünden, daß sie größer als Gusikow sind? (Nachdem wir diese, auf anderweitige׳ vielfältige Erfahrung gegründete, Frage niedergeschrieden', lesen wir so eben in der Wiener Theaterzeitung schon folgende Nachricht: ״Gusikow ist tobt, allein schon berichten die Zeitungen von einem neuen Virtuosen auf dem Holz- und Strohinstrumente, von ״Reb Jankel Eben," welcher in Danzig vieles Aufschn macht.")