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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft · p. Seite 300

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
Article
Einige Bemerkungen über den Aufsatz des Herrn Dr. Freistadt: Haben die Juden Glaubensartikel oder nicht?
Date
1834-01-01
Page
Seite 300 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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300 teS Gesetz." Die Wichtigkeit deS Gegenstandes und das besondere Interesse, welches der gedachte Aufsatz bei vielen Lesern der Sülamith erweckte, veranlasset uns, folgende Bemerkungen über denselben mitzutheilen, deren Berücksichtigung von Seiten des Herrn Dr. Freistadt uns höchst erfreulich sein würde. ׳ Wenn der Verfasser in der Verwerfung der Glaubensartikel eine gänzliche Verkennung des Wesens unserer geyffenbarten Religion erblickt, so stimmen wir mit ihm vollkommen überein, halten aber dafür, daß er Mendelssohns entgegengesetzte Meinung nicht aus dem wahren Gesichtspunkt betrachtet, und eben darum auch von der Noth- Wendigkeit der Wiederaufnahme der verdrängten Glaubensartikel nicht den richtigen Grund angicbt. Es ist nämlich in dem Aufsatze die Ansicht vorherrschend, daß das Bestehen oder das Nichtbestehen der Glaubensartikel im Judenthum davon abhängig sei, ob der Dogmatismus oder der Eriticismus in der Philosophie den Sieg davon trage. Mendelssohn, als ein Anhänger des Leibnitzischen Dogrnatismus, müsse nvthwendig die Glaubensartikel aus dem Judenthum verbannen. Uns, die von dem Alles zer> malmenden Kant eines Bessern belehrt wurden, bleibe keine andere Wahl übrig, als zu dem bescheidenen Glauden unsere Zuflucht zu nehmen. Es läßt sich aber zuvörderst nachweifen, daß Mendelssohns Dogmatismus und seine Ausschließung der Glaudenslehren aus unserer Religion in durchaus keinem Zusammenhange stehen. Mit der Annahme eines solchen Zusammenhanges müßten wir nämlich dem großen Weltweisen die Ungereimtheit aufbürden, daß' nach ihm die göttliche Gesetzgebung nur für die Philosophen bestimmt wäre, welche die geoffenbarten Wahrheiten zum apodiktischen Wissen erheben können; nicht aber für die übrigen Menschen, welchen ■ die Fähigkeit zur Erforschung des Übersinnlichen abgehek. Denn was nützten diesen unphilosophischen Jsrae-

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