Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band viertes Heft
- Article
- Etwas über die Juden in Algier
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 6)
- Language
- German
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—' 220 — Allem, was ich hörte, durch ein plötzliches Verlassen der Regentschaft von Seite der Franzosen würde es furchtbare Repressalien nach sich ziehen." (Die.Franzosen werden aber so leicht Algier nicht aufgeben und wenigstens kommt wohl nie wieder ein Dey dort zur Regierung.) — —- „Es ist mir lieb, daß die Eroberer die Gräber der Israeliten verschont haben, welche glücklicherweise außerhalb der Linie der Landstraße liegen. Es giebt weder Blumen noch Bäume, auf dem Israelitischen Begräbnißplatze, aber dennoch ist es ein interessanter malerischer Platz, ganz nach meinem Geschmacke, auf dem sich meiner Schätzung nach (nur?) gegen hundert Gräber befinden mögen, sämmtlich mit großen Platten von weißem Marmor bedeckt, auf denen die hebräischen Inschriften fleißig eingegraben und die Buchstaben sorgfältig geschwärzt sind; einige werden von einer ausgehauenen Hand überragt, zum Zeichen, daß ein Rabbiner da begraben liegt. (Ist unrichtig, das Zeichen deutet auf einen Juden aus dem segnenden Priesterstamme.) Ich brauche meine Vorliebe für die Hebräer (fährt der Engländer fort) bei Ihnen nicht erst zu entschuldigen, denn sie ist Ihnen bereits bekannt, und Sie wissen, daß schon der Anblick ihrer Schrift mich mit Ehrfurcht erfüllt. Du altes, ehrwürdiges und so sehr mißhandeltes Volk! Es gewährt doch mindestens.einigen Trost, deinen Staub in einem Lande ungestört zu sehen, wo du so viel gelitten hast. Ich brachte ans den Inschriften*) so viel heraus, daß mehrere *) Dem Professor der hebräischen Sprache an der Londoner Universität, Herrn Hurwitz, legte ich einige dieser Grabschristen späterhin vor und er äußerte, daß sie in neuccm und corruptem Hebräisch abgefaßt seien, und selbst dem besten Sprachkenner Schwierigkeiten beim Übersetzen darbieten. Die folgenden hat er übersetzt: „ Dies ist das Grab des würdigen, geachteten, mildthatigen, frommen und weisen Rabbiners Jakob Z e r o r, Er starb ruhmwürdig im Monat Nissan (April) 5500.