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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band viertes Heft · p. Seite 219

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band viertes Heft
Article
Etwas über die Juden in Algier
Date
1834-01-01
Page
Seite 219 (sequence 5)
Language
German
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— 219 — sich auf und stürzte unter die Zuschauer, die ihn jedoch in's Feuer zurückstießen. Und dennoch, wer sollte es glauben, sind die Juden weit entfernt, die Türken zu verwünschen und die Franzosen als ihre Befreier anzusehen. *) Sie leugnen aus Stolz, von den Türken bedrückt worden zu sein, und behaupten, daß sie nicht so unglücklich waren, als man sich einbilde. Ein achtbarer Rabbiner, mit dem ich hierüber sprach, sagte lächelnd: „Wir liefen freilich Gefahr, gesteinigt oder lebendig verbrannt zu werden, aber wir hatten einen Schiedsrichter oder König, wie wir ihn noch nennen, (soll wohl Nassi oder Obervorsteher heißen) aus unserer Mitte, der unsere Streitigkeiten schlichtete. Vor Ankunft der Franzosen ging der ganze Handel durch unsere Hände, jetzt ist es aber nicht mehr so, und zudem konnte ja jeder reiche Jude gegen eine Erkenntlichkeit einen Türken wählen, der sein'und seiner ärmern Klienten Schutzherr war." Diese Rede bestätigt nur, daß die Gewohnheit dem Menschen auch die schlechteste Lage erträglich machen kann."' — „ Seit die Franzosen hier sind, sagen die Juden, giebt es keinen Handel. — Beim Abschied sagte mir, durch das Organdes Dolmetschers , ein sehr reicher einflußreicher Maure noch mit einem wilden Lächeln, daß bei einer Änderung der Dinge es für die Moslems eine sehnlich gewünschte Genugthuung sein würde, die Juden zu züchtigen. Sie beschimpften uns, fügte er bei, am Tage nach dem Einrücken der Franzosen, (wahrscheinlich gingen manche Juden ihnen auf der Straße nicht mehr aus dem Wege, wie zu des Dey's Zeiten) und schon am Tage nach ihrem Abmarsche würden wir unsere Rache nehmen. Nach *) Die treue Anhänglichkeit der Juden in allen Ländern an die Negierung des Landes, in welchem sie, selbst oft im größten Drucke, leben, ist eine längst bekannte Sache. D. H.

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