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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band viertes Heft · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band viertes Heft
Article
Etwas über die Juden in Algier
Date
1834-01-01
Page
Seite 217 (sequence 3)
Language
German
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der Israels oft mit Vergnügen zugesehen. Durch die beleuchteten-Zweige konnte man die aufgetragenen Gerichte und Gesichter der Gäste deutlich erkennen und die prachtvolle Kleidung stand oft mit sonstigen Spuren von Armuth in seltsamem Kontrast. So sah ich eines Abends einen jungen Hebräer in zerrissenen Beinkleidern, deßwegen hatte er aber doch eine schöne Weste von rothem Sammet mit goldenen Tressen und einen gestickten silbernen Gürtel. Eine Frau an demselben Tische war (nach der gewöhnlichen Landestracht) ohne Strümpfe, prunkte aber doch in einem Korset von Brokat, und mit einer reichen Binde von Goldstoff um den Kopf. Die Juden bilden einen bedeutenden Theil der Bevölkerung von Dran und Bona, doch trifft man sie selten anderswo, als in Handelsstädten. In Algier bewohnen sie die übelsten Häuser (vermuthlich, weil man denselben in früherer Zeit keine besseren zuließ), und leben da so zusammengedrängt, daß, wenn die Pest oder eine andere Epidemie ausbricht, unter ihnen die meisten Opfer fallen. Ein talentvoller französischer Schriftsteller, den ich eben vor mir habe, sagt von ihnen: „die Natur hat ihnen Alles versagt, sogar den Muth zu schlechten Handlungen." Diese Erklärung empörte mich. Sind denn die Juden von anderm Stoff gebildet als wir? Es ist eine Lästerung gegen die Natur, so zu sprechen. Ein und derselbe Gott hat uns Alle erschaffen, und will, daß wir Brüder unter einander sein sollen. Darf der Unterdrücker die Juden wegen Fehler tadeln, welche nur Folgen des Drucks sind? Es muß hier bemerkt werden, daß sie die ehrlichsten Krämer in schuld die talmudifthe bildliche Äußerung von einer neuen Seele am Sabbath und Ähnliches wörtlich genommen. Dies Alles ist doch aber für den Sachkenner gewiß so wich^ tig nicht, um als eine-besondere Merkwürdigkeit mitgetheilt zu werden. D. H.

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