Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 149 Bruder Kain ermordet wurde, in Folge des in anderer Weise Gott dargebrachten Opfers, so wird noch gar lange — die abweichende Annäherung zu Gott der Grund bleiben, daß ein Brudervolk dem andern Glück, Ehre, Freiheit und die theuersten Lebensgüter mordet. Es ist traurig, daß so Mancher unter uns dieses Morden nicht mehr empfindet, weil ihm in langer Gewöhnheit das Gefühl für Freiheit und Ehre schon ohnehin in der Brust erstorben ist; sehr traurig, daß Manchem, dem es sonst persönlich wohl geht, die Worte: ״wir sind jetzt noch Knechte" bedeutungslos erscheinen; wessen Mitgefühl aber noch tief und schmerzlich berührt wird von der endlosen Zurücksetzung seiner Glaubensbrüder, wo und wie sie sich in der Nähe oder Ferne in milderer und feinerer, oder härterer und gröberer Weise immer von neuem offenbart: o der möchte zum Himmel aufschreien: Aller Menschen Vater! warum lässest du gerade diese deine Kinder Israel so lange seufzen! Nur aus Anhänglichkeit an deinen alten Bund, aus Treue gegen dich und der Väter Glauben leisten sie Verzicht auf so viele Genüsse und Freuden des Lebens, und um dieser Treue willen sollen sie ausgeschieden bleiben, o Vater, von deiner und der Brüder Gunst und Gerechtigkeit!! O wie gewiß, wie groß muß jene Seligkeit se.in, die du aufbewahrst deinen Verehrern, die du einst erzeigst denen, die auf dich vertrauen! (Ps.Ll, 20.)" Gedichte von Elwine Alifeld. Zum Besten des Elisabeth - Stiftes in Pankow und des jüdischen Waisen- Hauses in Berlin. (Berlin, 1835, Naucksche Buchhandl.) 14 Lhlr. *) *) Wir freuen uns, hier eine junge Israelitin als Dichterin begrüßen zu können und reichen ihr im Geiste — das ist ja auch wohl dem Ehemanne erlaubt — recht herzlich die Hand. Ihren hier bewiesenen Wvhlthätigkeitssinn ehrend,