Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Meyerbeer
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 136 — Jahre in Frankreich, um den französischen Geschmack, Charakter und Styl genau kennen zu lernen. Er benutzte den Rath und die Erfahrung Cherubini's, obgleich er diesem einmal zur Antwort gab: ״ich fürchte die Gimpel und nicht die Adler." So wurde ״Robert der Teufel" komponirt, dessen erste Aufführung zu. Ende des Jahres 1831 Statt fand. ,*) Der Text leidet an Schwäche der Charaktere und geringem Zusammenhänge des Planes; findet man darin auch einige Effekt-Scenen und einzelne derMusik günstige Stellen, hindert auch die Mannigfaltigkeit und die schnelle Handlung, die Fehler sogleich zu bemerken, so ist das Buch doch eines der schwächsten Scribe's, der dem Komponisten damitdie Arbeit schwer machte. Der Triumph desselben war dennoch vollständig; man bewunderte, mit wie glücklichem Eclecticismus er den melodischen Gesang Italiens mit der Kraft, Originalität und Tiefe der deutschen Meister, die kräftige Instrumentation , die Anwendung der Chöre und die Wahl des Rhythmus, welche der französischen Schule angehören, zu verschmelzen gewußt hatte. Über hundert Vorstellungen haben das Pariser Publikum noch nicht erkältet. In zwei Jahren erschien die Oper auf fast allen ' Theatern Eurvpa's. Mitten unter dem fast einstimmigen Beifalle wurde Meyerbeer von dem Könige der Frgnzosen mit dem Orden der Ehrenlegion geschmückt und sein Landesherr, der König von Preußen, ernannte ihn zum Hof-Kapellmeister. Das Familienleben des deutschen Meisters gehört nicht vor das Publikum und würde auch nicht viel Interesse gewähren, da es ganz friedlich ist. Seit dem Jahre 1826 lebt er in glücklicher Ehe mit einer schönen und liebens- ״) Diese Oper wurde einige hundert Mal in Paris aufgeführt und brachte der Theater-Kasse die bis jetzt dort in solchem Falls unerhörte Summe von 2£ Millionen Franken ein. D. H.