Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Meyerbeer
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 135 — einigung der größtmöglichsten Melodie mit der dramatischer» Wahrheit im Ausdruck der Leidenschaften. Man erkennt diesen Fortschritt weniger in dem Ganzen seiner Werke, als in Mehrern einzelnen Stücken, welche von einem starken Willen, Gesang zu schaffen, zeugen; auffallend ist es, in dem ״Kreuzritter." Diese Oper bezeugt die schönsten gut geleiteten Anlagen; es athmet darin eine Frische des Ge! fühls, ein Reichthum entzückender Melodie, vereint mit der gelehrtesten Anstrumentation, und einer gewaltigen Harmo» nie. Dieses Meisterwerk kann die Vergleichung /mit den besten Italienischen Opern aushalten, und es überzeugt in Deutschland die strengsten Beurtheiler seiner übrigen Werke von feinem Talente.. Nach einer achtjährigen Abwesenheit kehrte Meyer» beer wieder in sein Vaterland zurück und überzeugte sich bald, daß ähnliche Werke, wie. die frühem, die Kritiken nicht befriedigen würden. Der große Streit, der sich über das Verdienst Rossini's erhoben hatte, hatte ihn alle Meinungen kennen gelehrt. Er, der in dem Unterricht Zelter's und Vogler's stark geworden war, fühlte sich versucht, die deutsche Schule mit der Italienischen zu versöhnen, welche, bei allen ihren Reizen, nur zu oft Glanz für Wahrheit, Lärm für Kraft, Seltsamkeit für Original!'- tat genommen hatte. Damals gab das Odeum in Paris fremde Opern mit französischem Texte. Margaretha von Anjou wurde, nach Weber's Freischütz, aufgeführt. Trotz dieser gefährlichen Nachbarschaft gefiel 'doch jene Oper sehr und hatte sich aus dem Repertoir der großen Bühnen Frankreichs und Belgiens erhalten. Meyer-' beer begab sich um diese Zeit mach Paris, um den Proben seines ,,Croc.i;1io“ beizuwohnen, welchen das Jtalienische Theater in Scene setzte, und der sehr viel Beifall fand. Dieser Beifall wurde die Veranlassung, daß die große Oper Meyerbeer ersuchte, eine Oper für sie zu kom« poniren. Er nahm den Antrag an, und blieb mehrere