Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Meyerbeer
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 5)
- Language
- German
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134 Auf Meyerbeer, der gerade um diese Zeit nach Jta- - lien kam, machte diese leidenschaftliche Musik einen tiefen; Eindruck. Er fühlte bald in sich die Kraft, selbst zu komponiren, und er ließ sich in dem Lande nieder, wo schon seine berühmten Landsleute Hasse, Händel, Gluck und Mpzarr studirt, und sich, wie er/ für das Theater gebildet hatten. Unter einem milden Himmel, bei dem wannen Hauche des Frühlings, wird das Gemüth weicher und empfängli« cher, alle Organe, und besonders das Gehör, werden stärker durch die Anmuth und Leidenschaft, als durch die Tiefe, den Ernst und die Wissenschaft ergriffen, welche langweilig scheinen. s Meyerbeer begriff, daß eine Oper nach dem alten Zuschnitte ihm für immer die Italienischen Theater verschließen würde. Er komponirte während seines Aufent- Haltes M Italien sechs Opern, Romildoe, Constanga (Padua 1817), Semiramide rico noscata, Emma di Esburga, Margavitta d’Anjou, L’esule g'ranada und il crociato in Egitio, welche mit Begeisterung auf den! vorzüglichsten Theatern! Italiens ausgenommen wurden, und von denen die meisten auch in Frankreich, Spanien, England und Deutschland gegeben worden sind. Ja, sie sind nicht bloß auf Europa beschränkt, sie wurden selbst in Rio Janeiro aufgeführt, und der Kaiser von Brasilien ernannte den Komponisten, um ihm seine Achtung zu erkennen zu geben, zum Ritter seines Südsterii-Ordens. Alle diese Werke sind im Nossinischen Style und Deutschland hat nicht den mindesten Anspruch daran. Doch wird man!! bemerken, wenn man die Partituren in ihrer Aufeinanderfolge!, näher untersucht, daß Meyerbeer, dessen Gedanken durch tiefe Studien gereift wurden, mehr Achtung gegen die Grundregeln der Kunst bewahrt hat, als Rossini, und sich allmählig zur Lösung des großen Problems erhebt, nämlich zur Verwirklichung her Ver«.