Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Meyerbeer
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 4)
- Language
- German
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■153 blieb dort bis 1815. Hier lernte er Cherubini und andere Professoren vom Conservatorium kennen, und , befchäftigte sich eifrig mit dem Studium der Geschichte seiner Kunst. Indessen blieben einige schon früher angefangene theoretische Werke, zu denen er eine Menge kostbarer Materialien gesammelt hatte, unvollendet. Im Anfänge des Jahres 1816 betrat er zum ersten Male das Land der Kunst, Italien, zu einer Zeit, als ein neues Gestirn über der musikalischen Welt aufging. Rossini bewirkte damals eine große Umwandlung in der Kunst; denn es war 1815, als Italien '״ die Italienerinnen In Algier, Tankred u. s. w." bewunderte. Cherubini und Spontini waren Franzosen geworden, und für die Italienische Musik verloren. Die Bemühungen der alten National-Komponisten, wie Paresi, Farinelli, Nikolini u. A., erfreueten sich, allerdings der Achtung und des Beifalls der Kenner; aber die Menge, welche den Beifall allein vollgültig macht, fand in den Werken derselben weder Originalität noch Erfindung,- Eigenschaften, welche mehr ansprechen, als alle Schönheiten der Wissenschaft. , Während die Oper in diesem Zustände von Erstarrung lag, nahm der Schwan von Pesaro, auf den Flügeln seines Genies, feinen Aufflug nach dem Himmel, indeß seine Nebenbuhler mühselig an der Erde hinhüpften. Er wurde der Schöpfer einer neuen Art von Kraft und Leben, enthüllte ein neues System lieblicher Melodien und die hinsterbenden Echos des Orchesters schienen sich bei seiner Stimme wieder zu beleben. Unterstützt von dem Beifall der besten Kritiker unter seinen Landsleuten, Mayer, Zingarelti und Andern, erfreute, sich seine Musik eines unbestrittenen Ruhmes. Rossini wurde der. Liebling und Abgott aller Theater Italiens, das Volk wollte Utrr Rossini hören, an dem es sich nicht sättigen konnte, und dessen National- Charakter sympathisirte.