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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band zweites Heft · p. Seite 97

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Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
Article
Literatur [Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 97 (sequence 22)
Language
German
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allerdings nach Verdienst, als ein tiefgelehrter Talmudist ü-nd..Kommentator, ferner auch als ein großer Gelehrter -in andern Wissenschaften, als Philosoph u. s. w., bezeichnet. sind gottlob in Israel, etwa einzelne Plänkeleien aüsgenommen, völlig , vorüber, wiewohl es aber auch andererseits von völliger Gleichgültigkeit zeugen dürste, wenn das bisweilen wirklich Religionswidrige^ in der Israelitischen Literatur ganz unwiderlegt und ungerügt bleibt. Man wolle uns hier aber ja nicht mißverstehen. Wir ehren allerdings die verschiedenen offenen und freien Meinungsäußerungen im rein wissenschaftlichen und religiösen Fache, in soweit sie nichts Staatswidriges enthalten, damit die Wahrheit desto leichter ermittelt, reine Religiosität Und ächte Aufklärung dadurch befördert und jeder Einseitigkeit und Halbheit entgegengewirkt werde. Sehr erfreulich ist daher die Erscheinung in unserer Zeit, daß von gelehrten Israeliten über die Israelitische Religion Vieles und Mannigfaltiges geschrieben und herausgegeben wird. Wenn aber manche Auswüchse in dieser Literatur aus Jndifferentrsmns von Israelitischen Theologen unbeachtet und unwiderlegt bleiben sollten, sobald sie nicht etwa zugleich ein politisches Interesse, nämlich in Beziehung auf die b ü r g e r l i ch e Stellung der Israeliten, gewährten, so könnte dies in religiösem Betrachte auf diejenigen unserer Glaubensgenossen, welche ohne weiteres eigenes Nachdenken oder ohne Sachkenntnisse, das Sichgehenlassen solcher Israelitischen Schriftsteller bloß als baare und ächte Aufklärung betrachten, wie dadurch eben so auf die Ordnung in der menschlichen Gesellschast, sehr nachtheilig wirken.. Wir reden hier weniger von der Gegenwart, wo dieses Übel noch unbedeutend ist, als vielmehr von der Nahen und später» Zukunft, indem bei den starken Fortschritten unserer Zeit auch zu erwarten ist, daß die Freisinnigkeit die Gränzen überschreiten könnte und man die Grundfesten der Religion und Sittlichkeit dadurch zu erschüttern bemühet sein dürfte. Bedenkt man unfern traurigen Zustand, daß wir in Deutschland nämlich, keine eigentliche religiöse, wissenschaftliche und theologische Behörden, oder Israelitische Konsistorien haben, welchen m religiösen Dingen die nörhige Autorität Md die Kraft verliehen ist, den Wirren in unseren religiösen Ungelegen- TW. Jahrg. i. Band. 7

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